Argentinier im Alpsteingebiet vermisst – «Wir sitzen alle mit gebrochenem Herzen zusammen in der Wohnung»
Publiziert

Argentinier im Alpsteingebiet vermisst«Wir sitzen alle mit gebrochenem Herzen zusammen in der Wohnung»

Jorge Nicolás Cabreras Familie macht sich grosse Sorgen: Der 28-jährige Argentinier wird seit Sonntag vermisst. «Unsere Herzen sind gebrochen», sagt sein Bruder. 

von
Vincent Vogler
1 / 5
Jorge Nicolás Cabrera war seit Anfang Februar in der Schweiz bei der Firma Empa angestellt.

Jorge Nicolás Cabrera war seit Anfang Februar in der Schweiz bei der Firma Empa angestellt.

Privat
Seit Sonntag wird er vermisst.

Seit Sonntag wird er vermisst.

Privat
Seine Familie, die in Buenos Aires lebt, sah ihn zuletzt in einem Video-Call am Sonntag. Er rief aus den Bergen an und zeigte seiner Mutter die Landschaft. 

Seine Familie, die in Buenos Aires lebt, sah ihn zuletzt in einem Video-Call am Sonntag. Er rief aus den Bergen an und zeigte seiner Mutter die Landschaft. 

Privat

Darum gehts

Am Montagnachmittag ging bei der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden die Meldung ein, dass Jorge Nicolás Cabrera seit Sonntagnachmittag vermisst wird. Laut der Kapo befindet sich der 28-Jährige mutmasslich im Alpsteingebiet. Ein Grossaufgebot an Einsatzkräften machte sich sofort auf die Suche nach dem Argentinier. «Leider führten die enormen Anstrengungen aller Einsatzkräfte nicht zum Auffinden von Jorge Nicolás Cabrera», so die Kapo. Am Mittwochnachmittag habe sich die Einsatzleitung entschieden, die Suche im Gelände per sofort einzustellen, bis neue Erkenntnisse weitere Sucheinsätze rechtfertigen.

Cabreras Familie lebt in Buenos Aires. «Wir sitzen alle mit gebrochenem Herzen zusammen in der Wohnung und versuchen, die Hoffnung nicht zu verlieren», sagt Alejandro Cabrera, der 32-jährige Bruder von Jorge, gegenüber 20 Minuten. Als letztes Familienmitglied sah die Mutter den Vermissten. «Er rief sie am Sonntag, gegen 16 Uhr, per Video-Call aus den Bergen an», so der Bruder. Er habe der Mutter erzählt, dass er am Trekken sei. Während des Calls zeigte Cabrera seiner Mutter begeistert die Landschaft und den Schnee. Er sei müde gewesen, da er schon seit sieben oder acht Uhr unterwegs gewesen sei. «Ansonsten war aber alles in Ordnung und normal.» Die Familie geht davon aus, dass er sich in der Nähe des Seealpsees befand. 

«Er hat die Schweiz geliebt»

Seither habe die Familie kein Lebenszeichen mehr von Jorge bekommen. Sie ist sich unsicher, was passiert sein könnte. «Ich denke, er ist irgendwo vom Weg abgekommen und hat sich verlaufen», mutmasst der Bruder. Dass er sich auf unwegsame Pfade begeben hat, glaubt der 32-Jährige nicht. «Es ist nicht der Typ, der sich in gefährliche Situationen bringt», sagt Aljandro Cabrera. Jorge gehe öfter trekken und sei daher nicht unerfahren. Nur der Schnee sei neu für ihn. 

Laut dem 32-Jährigen ist Jorge Nicolás Cabrera seit Anfang Februar in der Schweiz. «Er wurde ausgewählt, um im Chemie-Labor in Dübendorf ZH bei der Firma Empa für sechs Monate ein Arbeitsteam zu unterstützen.» Für ihn sei mit dieser Chance ein Traum in Erfüllung gegangen. «Er hat die Schweiz geliebt», führt der Bruder fort. An seinem Arbeitsplatz habe er Freundschaften geknüpft. Die Familie sei in Kontakt mit Mitarbeitern der Empa und diese haben ihnen gesagt, dass sie in grosser Sorge um ihn seien.

Hinweise gesucht

Auf Anfrage bei der Empa bestätigt die Abteilungsleiterin des Instituts für organische Chemie: Der Student war seit dem 1. Februar bei der EMPA in Dübendorf als Gastwissenschaftler im Bereich Materialwissenschaft tätigt. Dort gibt man sich allerdings bedeckt. Man habe ihn aufgrund seiner kurzen Anstellungszeit kaum gekannt.

Wie die Kantonspolizei informiert, ist der Vermisste 171 Zentimeter gross und von schlanker Statur. Er hat dunkelbraune Haare, braune Augen und trägt eine blaue Jacke. Die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden bittet die Bevölkerung um Unterstützung. Wer Hinweise über den Verbleib von Jorge Nicolás Cabrera machen kann, soll sich bei der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden unter 071 788 95 00 melden.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma erlitten?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

My 20 Minuten

Deine Meinung