Aktualisiert 09.03.2011 13:36

Samuel Koch

«Wir verwenden keine Wörter mit 'gehen'»

Samuel Kochs Schwester hat sich zu Wort gemeldet und berichtet, dass es ihrem Bruder besser gehe. Die Schmerzen würden nachlassen, doch seine Beine spüre er noch immer nicht.

von
phi

Als Samuel Koch seinen schlimmen «Wetten, dass..?»-Unfall hatte, sass seine Schwester Elisabeth in Oslo vor dem Fernseher. «Plötzlich ging alles ganz schnell», beschreibt die Verwandte im deutschen Frauenmagazin «Grazia» den tragischen Moment. «Die Kamera hielt auf Samuels Gesicht, ich sah seine Augen und dachte nur: Er hat Angst. Ich konnte das sehen.» Am Tag darauf buchte sie umgehend einen Flug von Norwegen zurück nach Deutschland.

«In den ersten Tagen ging es um Leben und Tod. Jede Minute hätten wir erfahren können, dass Samuel es nicht geschafft hat», so Elisabeth gegenüber der «Grazia». Mittlerweile habe sich der Patient aber erholt: «Seit ein paar Wochen sind seine Schmerzen nicht so schlimm wie am Anfang. In den ersten Wochen konnte er nicht lachen, nicht heulen, nicht husten, weil es einfach weh tat.» Inzwischen habe er sein Lachen aber wiedergefunden und amüsiere sich derart, «dass das Bett wackelt».

Seine Beine spürt Samuel aber noch immer nicht: Bloss an Kopf und Schultern fühlt der 23-Jährige etwas. Die Familie fährt den Patienten jeden Tag mit dem Rollstuhl nach draussen und setzt auf das Prinzip Hoffnung: «Wir machen einfach weiter und gucken, was passiert. Allerdings reden wir alle nicht gerne von 'Fortschritten'. Wir versuchen alle Wörter zu vermeiden, die mit 'gehen' zu tun haben. Denn es geht gar nichts.»

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