Aktualisiert 29.09.2009 09:40

Arno Del Curto

«Wir waren gelähmt»

HCD-Trainer Arno Del Curto über die Gründe, die zur Blamage gegen die Chicago Blackhawks geführt haben und was es braucht, dass so etwas nicht mehr passiert.

von
Klaus Zaugg

20 Minuten Online: Wie ist Ihr Befinden nach diesem 2:9 gegen die Chicago Blackhawks?

Arno Del Curto: Nicht gut. Ich bin wütend und enttäuscht. Verstehen Sie mich richtig: Für mein Leben ist diese Niederlage ohne Bedeutung. Aber als Eishockeytrainer kann ich dieses Resultat nicht akzeptieren.

Was ist passiert?

Wir waren gelähmt. Zu 90 Prozent geht das Resultat auf diese Lähmung zurück. Mindestens sechs Tore waren einfach Geschenke.

Hätten der HCD mit der gleichen Leistung auch gegen die ZSC Lions verloren?

Wir wären gegen die ZSC Lions nicht gelähmt gewesen. Deshalb kann ich diese Frage nicht beantworten.

Haben Sie geahnt, dass es so kommen könnte?

Nein, eigentlich nicht. Das Training war gut, die Stimmung in der Kabine auch. Aber als wir dann fürs Spiel aufs Eis gekommen sind, habe ich gespürt, dass zu viel Angst und Nervosität da war.

Dagegen konnten Sie nichts mehr machen?

Nein. Aber ich bin für diese Niederlage auch verantwortlich. Ich habe meinen Job nicht gemacht. Es ist mir nicht gelungen, diese Lähmung zu lösen.

Haben Sie in der Kabine getobt?

In der zweiten Pause bin ich laut geworden. Ich konnte das einfach nicht akzeptieren.

Ein wenig hat es gewirkt.

Wie kommen Sie zu diesem Schluss?

Peter Guggisberg hat in den beiden ersten Dritteln seine Chancen nicht genutzt, weil er entweder die Scheibe verstolperte oder es nicht wagte, direkt aufs Tor zu fahren. Aber im Schlussdrittel, da ist er in Unterzahl allen entwischt und hat das zweite Tor erzielt.

Genau das meine ich: Wenn die Angst verschwindet, geht es.

Was braucht es, damit eine Schweizer Mannschaft gegen ein NHL-Team eine Chance hat?

Wir müssten mal vier, fünf Spiele hintereinander bestreiten können. Dann verschwindet die Angst.

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