Schweizer Final-Pech: «Wir waren so nahe dran»
Aktualisiert

Schweizer Final-Pech«Wir waren so nahe dran»

Im ersten Moment nach der WM-Final-Niederlage war die Enttäuschung bei den Schweizer Spielern gross.

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Die Enttäuschung nach einem grossen Kampf: Die Schweizer verlieren den WM-Final ganz knapp. (20. Mai 2018)

Die Enttäuschung nach einem grossen Kampf: Die Schweizer verlieren den WM-Final ganz knapp. (20. Mai 2018)

Keystone/Petr David Josek
Dabei fängt es gut an: Nino Niederreiter trifft in der 17. Minute nach Vorarbeit von Roman Josi und Kevin Fiala.

Dabei fängt es gut an: Nino Niederreiter trifft in der 17. Minute nach Vorarbeit von Roman Josi und Kevin Fiala.

Keystone/Salvatore Di Nolfi
Aber Gustav Nyquist ist nur eine Minute für den Ausgleich besorgt.

Aber Gustav Nyquist ist nur eine Minute für den Ausgleich besorgt.

AFP/Liselotte Sabrö

Es werde eine gewisse Zeit dauern, sagte Raphael Diaz. «Aber der Stolz wird irgendwann kommen, der Stolz, eine Medaille gewonnen zu haben. Denn wir können stolz sein.» Der Captain der Schweizer Nationalmannschaft trat als Erster vor die Mikrofone nach der 2:3-Finalniederlage gegen Schweden nach Penaltyschiessen. Er war bemüht, das Positive hervorzuheben. Es fiel ihm nicht einfach.

Moser: «Eine Riesenleere»

Genauso wenig wie Simon Moser. Nein, im Moment fühle er sich nicht, als habe er Silber gewonnen und nicht Gold verloren, sagte der Stürmer. «Wir waren ja so nahe dran. Und du weisst nicht, wann du wieder so weit kommen wirst.» Darum fühle er im Moment nur eines: «Eine Riesenleere.»

Der Tenor war bei allen Schweizer derselbe: «Wir waren so nahe dran.» Das sagte auch Stürmer Timo Meier, der die Schweiz im Mitteldrittel 2:1 in Führung geschossen hatte. Er sah aber auch eine sehr gute schwedische Mannschaft, die lange Zeit Druck gemacht hatte. «Es tut weh. Wir wollten Gold. Dennoch können wir auch stolz sein auf uns. Wir kämpften mit grossem Herzen.» Und Meier sah bereits wenige Momente nach der bitteren Niederlage auch positives: «Wir werden stärker zurückkommen.»

Diaz: «Um ein Haar Weltmeister»

Am härtesten, da waren sich die Schweizer Spieler einig, war die enge Entscheidung zugunsten der Schweden. «Es war ein Riesenkrimi», sagte Captain Diaz. «Wir führten im Spiel, wir führten sogar im Penaltyschiessen.» Und dort, so Diaz, habe er nach den ersten zwei Paraden von Goalie Leonardo Genoni plötzlich ein gutes Gefühl gehabt. «So wie wohl viele Schweizer in den Stuben.» Es habe aber doch nicht gereicht: «Penaltyschiessen ist halt 50:50. Dieses mal fiel es nicht zu unseren Gunsten aus.»

Und auch Diaz sah das Gute im Schweizer Auftritt: «Wir haben an diesem Turnier viele Fans gewonnen. Denn ich nehme es jetzt trotzdem in den Mund, auch wenn es nicht reichte: Wir sind um ein Haar Weltmeister geworden.»

Janmark: «Schweiz ein grosser Gegner»

Trost gab es für die Schweiz auch vom Gegner. Mattias Janmark, schwedischer Stürmer, sprach von einem «grossen Gegner», gegen den man auch etwas Glück gebraucht hätte. «Doch wir spielten gut, auch wenn wir mehrmals zurücklagen. Jetzt sind wir einfach nur happy!» (20 Minuten)

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