Diskriminierung im E-Sport - «Wir werden absichtlich angehustet» – Rassismus gegen asiatische Pro-Gamer
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Diskriminierung im E-Sport«Wir werden absichtlich angehustet» – Rassismus gegen asiatische Pro-Gamer

Im E-Sport haben die Profis aus Asien in den USA mit Diskriminierung zu kämpfen. «Overwatch»-Spieler Lee «Fearless» Eui-Seok wird öffentlich angepöbelt, angehustet und beschimpft, wie er in einem Stream schildert.

von
Riccardo Castellano

Lee «Fearless» Eui-Seok vom Team Dallas Fuel beschreibt seinen Aufenthalt in Texas.

Jade Kim/Lee Eui-seok/Twitter

Darum gehts

  • Asiatische E-Sportler haben in den USA täglich mit Rassismus zu kämpfen.

  • «Overwatch»-Profi Lee «Fearless» Eui-Seok erzählt von seinen Erfahrungen.

  • Der 22-Jährige wird in der Öffentlichkeit angehustet und beschimpft.

  • Sein Team-Leader will die Situation für die Spieler vereinfachen.

Mehrere Pro-Gamer in den USA, die meisten aus Korea, sehen sich täglich rassistischen Bemerkungen und Handlungen ausgesetzt. So auch Lee «Fearless» Eui-Seok, koreanischer Profi-Gamer beim amerikanischen Team Dallas Fuel.

Der E-Sportler lebt derzeit im texanischen Dallas und trainiert dort mit seinem Team für die «Overwatch League». In einem Twitch-Stream schildert der 22-Jährige nun Situationen, die er in der Öffentlichkeit erlebt hat: Leute würden ihn beleidigen, extra die Maske abnehmen und dann mit Absicht in seine Richtung husten und ihn beschimpfen .

«Der Rassismus in den USA hat zugenommen. Dieses Problem hatte ich vor drei Jahren noch nicht», sagt Eui-Seok. Die aktuelle Lage um die Covid-Pandemie hätte dazu geführt, dass er nur noch mit seinem Team-Hoodie rausgeht. Dann werde er weniger angepöbelt. «Sie sehen mit dem Pulli, dass ich einer Art Team angehöre und lassen mich eher in Ruhe».

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Team-Gründer greift ein

Dallas Fuel bereitet sich derzeit für die «Overwatch League» 2021 vor, die grösste Liga rund um den Multiplayer-Shooter «Overwatch». Das Team besteht nach einer Umstrukturierung komplett aus koreanischen Spielern. Nachdem die Vorfälle innerhalb des Teams öffentlich gegangen sind, meldet sich der Besitzer der Mannschaft zu Wort.

Mike Rufail, Gründer von Dallas Fuel, schreibt auf Twitter: «Niemand soll sich wegen seiner Rasse bedroht fühlen, besonders nicht in dieser Zeit.» Er bietet den Profi-Spielern an, gemeinsam mit ihnen rauszugehen – sei das für eine Pause oder Einkäufe.

#StopAsianHate

Es werden auch andere Stimmen im E-Sport laut. Managerin des «Overwatch»-Teams Paris Eternal, Kim Kyoung Ey, schreibt auf Reddit: «Ich lebe auch in Dallas und erlebe ähnliche Situationen. Ich gehe nicht mehr in lokale Supermärkte und kaufe Lebensmittel nur noch online».

Der Hass gegen asiatischstämmige Bewohner ist besonders in den USA seit Covid-19 angestiegen und führt immer wieder zu Schlagzeilen. Auch in der Schweiz erfahren asiatischstämmige Schweizer Rassismus.

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