1.-Mai-Proteste - «Wir werden beweisen, man kann Corona-konform demonstrieren»
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1.-Mai-Proteste«Wir werden beweisen, man kann Corona-konform demonstrieren»

Neben mehreren Corona-Demos sind auch diverse 1.-Mai-Proteste am Wochenende angekündigt – wie gehen Gewerkschaften und Polizei mit der Situation um?

von
Céline Krapf
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Vor-Corona-Zeiten: Veranstaltung am 1. Mai 2016 auf dem Helvetiaplatz zum Sechseläutenplatz.

Tamedia AG

Vor-Corona-Zeiten: Veranstaltung am 1. Mai 2016 auf dem Helvetiaplatz zum Sechseläutenplatz.

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Dieses Jahr sollen laut Gewekschafts-Dachverband keine Festivitäten stattfinden, sondern ein Livestream und einzelne Veranstaltungen.

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Dieses Jahr sollen laut Gewekschafts-Dachverband keine Festivitäten stattfinden, sondern ein Livestream und einzelne Veranstaltungen.

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Feierliche Stimmung auf dem Fischmarktplatz in Rapperswil am 24. April.

Feierliche Stimmung auf dem Fischmarktplatz in Rapperswil am 24. April.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • An den letzten Wochenenden fanden in mehreren Städten unbewilligte Corona-Demos statt. Die Polizei setzte vor allem auf Dialoge und löste die Veranstaltungen nicht auf.

  • Am Samstag sind weitere Corona-Demos angekündigt. Und auch auf Seiten der Antifa werden Kundgebungen in mehreren Schweizer Städten angekündigt.

  • Für Polizistinnen und Polizisten sei es eine intensive Zeit, «vor allem da die Emotionen in der Bevölkerung sehr oft hochgehen. Vor, während und auch nach den Demonstrationen.»

  • Der Dachverband der Gewerkschaften hat einen grossen Livestream und mehrere kleinere Aktionen geplant. Es soll gezeigt werden, dass auch «Corona-konform» die Meinung kundgetan werden kann.

Tausende Menschen trafen sich am letzten Wochenende in Rapperswil-Jona SG – obwohl die Corona-Demonstration verboten wurde. Dieses Wochenende wird auf mehreren Kanälen zu erneuten Kundgebungen unter anderem in Bern und Lugano aufgerufen. Der 1. Mai ruft aber auch linke Gruppierungen auf den Plan: Mit dem Slogan «Wir tragen eure Krise nicht – Gesundheit statt Profit» wird für Kundgebungen in Winterthur und Zürich mobilisiert. Und auch für Bern und Basel kursieren Demo-Aufrufe zum Tag der Arbeit.

«Die Polizistinnen und Polizisten sind es gewohnt, auch in Spitzenzeiten Höchstleistungen zu bringen», schreibt Alexia Hungerbühler, Leiterin Kommunikation des Verbandes Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB). Dafür seien sie ausgebildet. Die Auslastung sei aber momentan sehr hoch «und wenn sie dann auch noch zum Sündenbock der Bevölkerung werden, ist das keine schöne Situation», schreibt Hungerbühler. Für Polizistinnen und Polizisten sei es eine intensive Zeit, «vor allem da die Emotionen in der Bevölkerung sehr oft hochgehen. Vor, während und auch nach den Demonstrationen.»

«Trotz der Restriktionen müssen wir auf die Strassen gehen»

«Wir haben eine Häufung an Demonstrationen, doch die Lage ist stabil», sagt Mark Burkhard, Präsident der Kantonalen Polizeikommandanten. Aber: «Wie sie jetzt stattfinden, ist nicht wünschenswert.» Vielfach würden die Schutzmassnahmen nicht eingehalten. Das Problem: «Wenn die grossen Demonstrationen mal stattfinden, kann man sie nicht mehr auflösen», sagt der Polizeichef. Im Hinblick auf das Wochenende seien die lokalen Behörden zuständig, die jetzt in der Planung seien.

Derweil planen die Gewerkschaften ihren grossen Tag: «Trotz der Restriktionen ist es wichtiger als je zuvor, dass wir auf die Strassen gehen», sagt Urban Hodel, Mediensprecher des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. «Die Pandemie hat die Arbeitswelt erschüttert, Unsicherheit und Lohneinbussen wurden zur Norm – dadurch hat der 1. Mai hat eine neue Bedeutung erlangt.» In allen Regionen habe der Dachverband Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen geplant. Via Livestream würden aus Zürich viele prominente Gäste online auftreten. «Wir werden beweisen, dass man auch Corona-konform demonstrieren kann», sagt der Mediensprecher.

Dass es zu einem Zusammentreffen der zwei Gruppierungen kommen könnte, glaubt Urban Hodel nicht: «Die Corona-Skeptiker sind keine Gegenbewegung zu den 1.-Mai-Aktivisten.» Er sehe kaum Konfliktpotential. «Wir zählen darauf, dass sich alle an die Regeln halten.» Auch Syna-Mediensprecherin Flurina Hoffmann glaubt eher nicht, dass es spontan zu Demonstrationen kommen wird: «Der Gesundheitsschutz ist uns wichtig und unsere Mitglieder sind angehalten, die Schutzkonzepte zu respektieren.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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