17.03.2018 11:54

#Swissgames«Wir werden in der Game-Branche ernst genommen»

Sie gehen, um zu siegen: Nie zuvor hatten die Schweizer Game-Entwickler eine solch starke Präsenz an der Game Developers Conference in San Francisco wie dieses Jahr.

von
Jan Graber

Die beeindruckendsten Games der Schweizer Entwickler an der GDC. (Video: 20min)

Dass Schweizer Spielentwickler jeweils im März nach San Francisco pilgern, um an der Game Developers Conference (GDC) ihre Games und technologischen Ideen zu präsentieren, hat mittlerweile Tradition. 2011 reiste erstmals eine Delegation von vier Studios an die Entwicklermesse in Kalifornien. Seither hat sich die GDC für die Schweizer Spielschmieden als wertvoller Startpunkt für Business-Kontakte und Kooperationen bis hin zu Partnerschaften mit Hollywood-Filmstudios erwiesen. Wegen der starken Auftritte geniessen die Schweizer Gamedesigner im Ausland heute einen exzellenten Ruf.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Erfolge ist das Aufgebot von Schweizer Gamestudios und einigen Tech-Start-ups für San Francisco grösser denn je. Insgesamt 26 Studios reisen dieses Jahr an die GDC. 18 der Studios wurden direkt von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia eingeladen: Sie werden mit Zuschüssen für Flüge und Unterkunft, Trainings fürs Pitchen bei Industrieprofis, Tagespässen und einem eigenen Ausstellungsstand unterstützt. Insgesamt 80'000 Franken lässt Pro Helvetia für die GDC springen.

Einladungen zu Ausstellungen und Panels

Die restlichen sechs Studios müssen zwar auf eigene Kosten anreisen, sind aber ebenfalls zu den sogenannten #Swissgames-Events eingeladen, erhalten Promo und können von der Organisation des Messebesuchs profitieren. Unter dem Label #Swissgames werden alle Förderungsaktivitäten von Pro Helvetia im Bereich Games zusammengefasst; das Label hat sich mittlerweile als festes Markenzeichen etabliert.

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Das Projekt «Kids» von Michael Frei und Mario von Rickenbach (Playables) wurde bereits im Museum of Digital Arts in Zürich als Einzelausstellung gezeigt.

Das Projekt «Kids» von Michael Frei und Mario von Rickenbach (Playables) wurde bereits im Museum of Digital Arts in Zürich als Einzelausstellung gezeigt.

Der britisch-schweizerische Gamedesigner Chris Solarski hat für «Johnny Badhair» mit dem Künstler Phil Hale zusammengearbeitet.

Der britisch-schweizerische Gamedesigner Chris Solarski hat für «Johnny Badhair» mit dem Künstler Phil Hale zusammengearbeitet.

«Air Console» der Zürcher N-Dream AG verwandelt Handys in Gamecontroller, die sich für Multiplayer-Games einsetzen lassen.

«Air Console» der Zürcher N-Dream AG verwandelt Handys in Gamecontroller, die sich für Multiplayer-Games einsetzen lassen.

Doch nicht nur die Anzahl der Schweizer Studios ist grösser denn je. Auch die Menge an Events, an die die Schweizer eingeladen sind, hat massiv zugenommen. So sind Games nicht nur an den Ausstellungen und Wettbewerben GDC Play und am Independent Game Festival zu sehen, sondern auch an Sonderausstellungen wie dem European Games Showcase oder dem Double Fine Showcase (siehe Kasten).

Diese 5 Schweizer Games musst du kennen

Zum fünften Mal wird der Swiss Game Award verliehen. Das sind die nominierten Spiele.

Entwickler wie Philomena Schwab («Niche», «Nimbatus») Michael Frei («Kids») und Attila Szanter («Project Discovery Exoplanets») sind als Sprecher zu GDC-Paneldiskussionen eingeladen. «Für die Schweiz sind das bedeutende Möglichkeiten, grössere Visibilität in Amerika zu erreichen», sagt Oliver Miescher, der die Delegation für Pro Helvetia leitet, und ergänzt: «Die Schweiz wird in der Videogames- und Tech-Branche ernst genommen.»

Stolz auf #Swissgames

«Wir haben ein Niveau erreicht, das sich mit früheren Jahren nicht vergleichen lässt», verdeutlicht Sylvain Gardel, Leiter Schwerpunkt «Kultur + Wirtschaft» bei Pro Helvetia. Die Studios hätten einen neuen Grad an Professionalität erreicht. Dies zeigt sich auch am Interesse von Amerikas Filmindustrie an Entwicklern aus der Schweiz. Ob die Genfer Studios Apelab und Artanim, die Lausanner von Mindmaze oder das ETH-Spin-off Dacuda: Sie alle haben Kooperationen mit US-Unternehmen gestartet – oder wurden geradewegs aufgekauft und integriert. Oder wie es Gardel zusammenfasst: «Die Türen gehen auf.»

Der Erfolg liegt zwar vor allem daran, dass die Studios professioneller auftreten, doch ein weiterer Faktor spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Unter den Schweizer Entwicklern hat sich ein Stolz entwickelt, bei #Swissgames dabei zu sein. «Die alten Hasen helfen den Jungen», sagt Gardel. Die Selbstsicherheit ist gewachsen, und wer dabei ist, weiss, dass er zu einer Crew gehört, für die es derzeit nur einen Weg gibt: nach oben und hinaus in die weite Welt.

Awards:

«Nimbatus», Stray Fawn Studio: GDC Best in Play.

«Mundaun», Hidden Fields: GDC Honorable Mention.

«Airheart», Blindflug Studios: Gewinner des «3D Game Art Challenge by Unity and GDC»-Awards.

Nominationen:

«Kids», Playables: Nominiert für IGF Award, Kategorie: Nuovo Award.

Studio MMOS: Nominiert für «Community Leadership Award by IGDA Serious Games SIG».

GDC Pitch

Drei Schweizer Studios wurden eingeladen, am Pitch-Wettbewerb mitzumachen:

Stray Fawn Studios mit «Nimbatus».

Furinkazan mit «Opticale».

Struckd mit «Struckd».

Shows

Der European Game Showcase zeigt drei Schweizer Games:

«Nimbatus», Stray Fawn Studio.

«Airheart», Blindflug Studios.

«Airships: Conquer the Skies», Zarkonnen.

«Kids» von Playables wird am «Day of the Devs» von Double Fine vorgestellt und im IGF Pavilion gezeigt.

«Ko'Ko's Dream» von Apelab nimmt am «Vive HTC Demo Day» teil.

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