Ruag wird privatisiert: «Wir werden massiv in die Sicherheit investieren»
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Ruag wird privatisiert«Wir werden massiv in die Sicherheit investieren»

Der Bundesrat will den bundeseigenen Rüstungsbetrieb Ruag aufspalten. Die internationale Sparte soll mittelfristig privatisiert werden.

von
pam

Der Bundesrat will den bundeseigenen Rüstungsbetrieb Ruag aufspalten und die internationale Sparte mittelfristig privatisieren. An der Medienkonferenz am Montag konkretisierte die Verteidigungsministerin Viola Amherd (CVP) den Grundsatzentscheid der Regierung.

Die Ruag wird demnach ab dem 1. Januar 2020 in eine neue Beteiligungsgesellschaft mit zwei Subholdings aufgespaltet: Die MRO Schweiz wird mit 2500 Mitarbeitenden für die Schweizer Armee produzieren, die Ruag International mit 6500 Mitarbeitenden für den internationalen Markt.

Aufteilung in Schweizer und internationale Sparte

«MRO Schweiz wird alle sicherheitsrelevanten Leistungen für das VBS erbringen, welche bisher Ruag erbracht hat», heisst es in einer Mitteilung. Dabei handle es sich in erster Linie um Wartung, Reparatur und Überholung sowie um die Instandhaltung einsatzrelevanter Systeme wie etwa Kampfjets.

In der internationalen Sparte folgt der Bundesrat der von der Ruag selbst vorgeschlagenen Option zur Bildung einer Aerospace-Gruppe. Bis der Bundesrat die Privatisierung noch einmal konkretisiert, werden in dieser internationalen Sparte auch die Bereiche Cyber und der Munitionsbereich Ammotec integriert. Diese Bereiche sollen längerfristig jedoch verkauft werden, sodass die Ruag International nur noch aus der Aerospace-Gruppe besteht.

Munitionssparte soll abgestossen werden

«Der Verkauf von Ruag Ammotec wird aus Sicht des Bundesrates die Versorgungssicherheit nicht beeinträchtigen», betont der Bundesrat in seiner Mitteilung. Schon heute seien im Bereich der Kleinkalibermunition die Schweizer Produktionsstandorte auf Komponenten aus dem Ausland angewiesen.»

Die Regierung beugt auch bereits der Kritik an einer Privatisierung des bundeseigenen Rüstungsbetriebs vor. «Der Bundesrat ist sich bewusst, dass ein Käufer von Ruag Ammotec sehr vorsichtig zu wählen ist. Insbesondere will der Bundesrat,

dass der Standort Thun weiter betrieben wird.»

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