Wechselkurs sei Dank: Wir werden reicher
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Wechselkurs sei DankWir werden reicher

Schweizer profitieren vom tiefen Dollar und vom serbelnden Euro. Sie können sich immer mehr leisten.

von
Elisabeth Rizzi

Der Dollar ist auf ein 30-Monate-Tief gefallen. Am Freitag plumpste die US-Devise unter die Marke von 0,98 Franken und notierte mit 0,9790 auf dem tiefsten Stand seit März 2008. Ebenso wie der seit Monaten vor sich hin serbelnde Euro ist das für die Schweizer Konsumenten ein weiterer Grund zur Freude. Denn: Wir werden dadurch immer reicher. Nein, wir verdienen nicht mehr. Aber unser Geld ist bedeutend mehr wert. Wegen des starken Frankens können wir uns besonders bei Einkäufen im Ausland viel mehr leisten als noch vor einem Jahr.

Es geht nicht bloss um die Milch und das Fleisch in Waldshut(D). Bei Luxusgütern lässt sich heute ganz schön viel Geld sparen. Kein Wunder: Der Dollar ist seit dem diesjährigen Wechselkurs-Höchststand von Anfang Juni mit 1,1732 Franken nur noch 83 Prozent des damaligen Kurses wert. Der Euro ist in den letzten 52 Wochen auf einen Wert von 86 Prozent der einstmaligen Kurs-Spitze von 1,52 Franken gefallen.

Luxus auf vier Rädern

Einsparnis: 900 Franken für Sattel

Was heisst das konkret? Reitfans beispielsweise blättern hierzulande heute für den heiss begehrten Luxussattel von Hermes 6900 Franken hin. Auf einer USA-Reise im Juni hätte der Sattel umgerechnet sage und schreibe 7233 Franken gekostet. Wer aber heute im Dollar-Raum nach dem Pferdesitz Ausschau hält, kriegt ihn für umgerechnet 6004 Franken. Das bedeutet also gegenüber einem Einkauf in der Schweiz eine Ersparnis von gut 900 Franken.

Ähnlich verhält es sich etwa mit dem Edel-Füllfederhalter der Kollektion «Ingrid Bergmann» von Montblanc. Er kostet im Ausland heute 690 Euro. Das entspricht einem Gegenwert von 907 Franken. In einer Schweizer Schreibwarenhandlung muss man 1070 Franken bezahlen. Ein klassischer Trenchcoat vom Label Burberry könnte beim Shoppingtrip in New York für 1495 Dollar über den Ladentisch gehen (1471 Franken). In der Schweiz kostet dasselbe Modell heute 1695 Franken.

34 Franken weniger für einen Ring

Wer seine Liebste mit einem Swarovski-Ring beglücken will, sollte diesen ebenfalls auf der anderen Seite der Grenze beschaffen. Dort kostet er heute 160 Euro, beziehungsweise 210 Franken. In der Schweiz kostet dasselbe Produkt 240 Franken. Dumm nur, wer vor einem Jahr schon das Schmuckstück gekauft hat. In der EU hätte der Ring einen Preis von umgerechnet 244 Franken gehabt.

Auch die Kulttasche «Le Pliage» von Longchamp sollte man wohlüberlegt einkaufen. Auf einem Auslandtrip lässt sich das bestickte Modell für 78 Euro (102 Franken) einstecken. Vor einem Jahr hätte man für ein vergleichbares Objekt 118 Franken gebraucht. In der Schweiz kostet das Täschchen übrigens heute im Geschäft 120 Franken.

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