Aktualisiert 25.04.2020 16:19

Schriftliche LAP für Durchgefallene

«Wir werden unfair behandelt»

Eigentlich sollten keine schriftlichen Lehrabschlussprüfungen stattfinden. Das gilt aber nicht für jene, die wiederholen müssen. Diese fühlen sich nun benachteiligt.

von
Noah Knüsel
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Wegen der Corona-Pandemie ist bei den LAP dieses Jahr alles anders: Eigentlich sollten keine schriftlichen Abschlussprüfungen stattfinden. (Symbolbild)

Wegen der Corona-Pandemie ist bei den LAP dieses Jahr alles anders: Eigentlich sollten keine schriftlichen Abschlussprüfungen stattfinden. (Symbolbild)

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Doch das gilt nicht für alle: Repetenten und Personen sollen sich weiterhin auf Abschlussprüfungen vorbereiten. So heisst es in der Mail an Berner Berufsschüler, die 20 Minuten vorliegt.  (Symbolbild)

Doch das gilt nicht für alle: Repetenten und Personen sollen sich weiterhin auf Abschlussprüfungen vorbereiten. So heisst es in der Mail an Berner Berufsschüler, die 20 Minuten vorliegt. (Symbolbild)

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Details seien aber noch nicht klar: Diese Ungewissheit sei nervenaufreibend, sagt A.M.*, die ein Fach ihrer LAP nachholen muss, um ihren KV-Abschluss in der Tasche zu haben: «Man lässt uns zappeln und warten, aber es kommt nichts.» Sie möchte Bescheid bekommen, um sich voll aufs Lernen fokussieren zu können: «So kann man sich nicht richtig konzentrieren.»

Details seien aber noch nicht klar: Diese Ungewissheit sei nervenaufreibend, sagt A.M.*, die ein Fach ihrer LAP nachholen muss, um ihren KV-Abschluss in der Tasche zu haben: «Man lässt uns zappeln und warten, aber es kommt nichts.» Sie möchte Bescheid bekommen, um sich voll aufs Lernen fokussieren zu können: «So kann man sich nicht richtig konzentrieren.»

KEYSTONE/Gaetan Bally

Darum gehts

  • Wer bei der LAP durchgefallen ist, soll doch zur schulischen Prüfung antreten.
  • Das ist für Betroffene eine Belastung: «Wir wollen Klarheit», sagt etwa Leserin L.O.*
  • Eine Arbeitsgruppe soll entscheiden, wie es weitergeht.

Für zehntausende Schweizer Lehrlinge steht diesen Sommer der Abschluss an. Wie der Bundesrat vor Ostern entschieden hat, sollen aber wegen der Corona-Pandemie nur praktische Prüfungen stattfinden. Schriftliche Abschlussprüfungen soll es keine geben (siehe Box unten).

Das gilt aber nicht für alle: Wie aus einer Mail einer Berner Berufsschule hervorgeht, sollen sich Personen, die wiederholen müssen, auf schriftliche Leistungsnachweise vorbereiten. Das liege daran, dass im Gesetzestext für diese Gruppe zwingend Prüfungen vorgesehen seien. Details seien aber noch nicht definiert, wie es weiter heisst.

Unklarheit ist grosse Belastung

Diese Ungewissheit sei nervenaufreibend, sagt A.M.*, die ein Fach ihrer LAP nachholen muss, um ihren KV-Abschluss in der Tasche zu haben: «Man lässt uns zappeln und warten, aber es kommt nichts.» Sie möchte Bescheid bekommen, um sich voll aufs Lernen fokussieren zu können: «So kann man sich nicht richtig konzentrieren.»

Es brauche genügend Zeit, um sich gut vorbereiten zu können, so die 22-Jährige weiter. Vielen gehe es wohl ähnlich mit der ungewissen Situation, vermutet sie: «Wir werden unfair behandelt.» Auch weitere Wiederholer meldeten sich ebenfalls bei 20 Minuten. Auch für sie stellt die Ungewissheit eine grosse Belastung dar: «Wir stehen 3 Wochen vor den LAP und wir wissen bis heute noch nicht, ob diese stattfinden oder nicht», schreibt etwa ein Leser aus Basel.

In der Corona-Zeit

So läufts mit den LAP

Wie der Bundesrat Anfang April entschieden hat, finden dieses Jahr nur praktische Lehrabschlussprüfungen statt. Die schulischen Abschlussprüfungen sollen entfallen und werden auch nicht nachgeholt. Die Lehrabschlussnote ergibt sich aus den bestehenden Erfahrungsnoten der gesamten Lehrzeit. Die Noten vom aktuellen Semester werden dabei nicht berücksichtigt.

«Wir wollen Klarheit»

Auch für Personen, die derzeit in einem Nachholbildungs-Lehrgang das KV abschliessen, ist die Situation unklar. Voraussichtlich müssen sie aber ebenfalls zur schriftlichen Prüfung antraben. Leserin L.O.*, die derzeit in Bern die Ausbildung macht, ärgert sich: «Normalen Lehrlingen wird das EFZ nun fast geschenkt, während uns Steine in den Weg gelegt werden.» Dabei hätten sie genau denselben Unterrichtsstoff und die gleichen Semesterprüfungen absolviert.

Die 33-Jährige wünscht sich von Bund und Kanton Klarheit: «Die Ungewissheit ist das Schlimmste.» Viele ihrer Mitschüler machten derzeit Homeoffice und hätten Kinder zu Hause: «Das ist eine zusätzliche psychische Belastung.»

Entscheid Mitte nächster Woche

«Grundsätzlich soll den Lernenden kein Nachteil aus der aktuellen Situation entstehen, sagt Kathrin Gasser, Sprecherin des Kaufmännischen Verbandes Schweiz. Derzeit würden von Bund, Kantonen und Organisationen aus der Arbeitswelt die Rahmenbedingungen für die betroffene Gruppe und Personen in der Nachholbildung ausgearbeitet. Man brauche für diese Gruppen spezielle Lösungen, weil man etwa nicht auf Erfahrungsnoten zurückgreifen könne.

«Wir haben Verständnis dafür, dass die Absolventen natürlich besonders rasch Klarheit möchten», so Gasser weiter. Wegen der unterschiedlichen Voraussetzungen der erwähnten Gruppen sei auch die Lösungssuche etwas komplexer. Doch der Entscheid solle so rasch wie möglich fallen: «Wir gehen davon aus, dass dies im Verlauf der nächsten Woche geschieht.»

*Namen geändert

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