Neue Hoffnung in Aarau: «Wir werden unsere Punkte noch machen»
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Neue Hoffnung in Aarau«Wir werden unsere Punkte noch machen»

Nach dem Sieg gegen den FCB hofft man in Aarau, dass Vaduz heute gegen den FCZ stolpert. So bleibt der Ligaerhalt doch noch möglich.

von
Eva Tedesco

FCA-Captain Sandro Burki und sein Team können wieder auf den Ligaerhalt hoffen. (Video: 20 Minuten)

«Auch wenn viele nicht mehr daran geglaubt haben: Wir haben gegen den FCB einen Riesenschritt gemacht», sagt Luca Radice nach dem 2:1-Sieg gegen den frischgebackenen Meister aus Basel. «Jetzt hoffen wir, dass Vaduz gegen den FCZ verliert und dann wird es noch einmal sehr spannend.» Ähnlich zuversichtlich klingt es bei Joël Mall. «Ich hoffe, dass Vaduz jetzt ein wenig ins Zittern kommt», so der FCA-Goalie. «Denn wir werden unsere Punkte noch machen.»

So aufgeräumte Stimmung, so viel Jubel hat es im Brügglifeld lange nicht mehr gegeben. Es ist ja auch schon lange her, dass die Fans etwas zum Feiern hatten. Der letzte Sieg datierte vom 5. Oktober 2014 (3:2 gegen YB) und das ist immerhin 228 Tage her. «Man hat gesehen, dass wir leben. Wir können es», frohlockt Mall, der zuletzt fast keine Worte mehr für die niederschmetternden Resultate gefunden hat. Er war glücklich, für einmal über einen Sieg sprechen zu können.

Hoffen auf Schützenhilfe auf Zürich

Ähnlich zufrieden ist Dusan Djuric. Er hatte zum zwischenzeitlichen 2:0 getroffen. Er hämmerte eine Vorlage von Sandro Burki sehenswert in die Maschen hinter FCB-Keeper Vailati. «Das war ein Tor des Monats», sagt FCA-Trainer Raimondo Ponte zum Traumtor des Schweden. «Ich hatte so ein Gefühl, dass wir gegen Basel gewinnen können und nun haben wir auch die Möglichkeit, die letzten zwei Spiele zu gewinnen», so Djuric. Auch der einstige FCZ-Spieler ist wieder zuversichtlich – und auch er hofft auf Schützenhilfe aus Zürich.

Vergangene Woche konnte Aarau (0:1 in Sion) nicht von der Niederlage der Liechtensteiner profitieren, die einen Tag vor dem FCA 0:2 gegen Luzern verloren hatten. Eine Runde später ist die Reihenfolge umgekehrt: Aarau hat am Mittwoch vorgelegt, Vaduz muss nachziehen. «So unschön das ist, man hofft, dass Vaduz verliert», sagt Sandro Burki. «Aber wir können für Zürich sein und hoffen, dass sie gewinnen und wir vielleicht weiterhin in der Super League spielen können.»

Ponte kann sich nicht richtig freuen

«Wir haben noch nichts geschafft. Wir sind einfach ein wenig näher dran und hoffen, dass Zürich auch drei Punkte holt und dann wird es noch einmal interessant», sagt Ponte. «Ich glaube schon, dass am Donnerstag alle Aarauer FCZ-Fan sind.» Doch freuen konnte sich der FCA-Trainer nicht so richtig über den Erfolg gegen den FCB. Zumindest nicht unmittelbar nach dem Spiel am Mittwoch.

Denn traurige Umstände haben für Ponte den Sport in den Hintergrund geschoben – so heikel die Lage und so wichtig auch der Sieg für den FCA ist. Am Dienstagabend erreichte Ponte die Nachricht, dass der Vater seiner Frau verstorben ist. Schweren Herzens musste er seine Gattin in deren schweren Stunde allein nach Italien reisen lassen. Gesagt hat der Aarau-Trainer keinem etwas, damit sich die Jungs voll auf das enorm wichtige Spiel gegen den FCB konzentrieren konnten.

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