ZSC-CEO Peter Zahner will Sport-Millionen: «Wir wissen, dass wir eventuell nicht alle Auflagen erfüllen können»
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ZSC-CEO Peter Zahner will Sport-Millionen«Wir wissen, dass wir eventuell nicht alle Auflagen erfüllen können»

Auch die ZSC Lions sind einer von zwölf National-League-Clubs, die ein Gesuch für die Sport-Millionen eingereicht haben. ZSC-CEO Peter Zahner spricht über den Papierkrieg.

von
Erik Hasselberg
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Er hat sich mit den ZSC Lions um À-fonds-perdu-Beiträge beim Bund beworben: ZSC-CEO Peter Zahner.

Er hat sich mit den ZSC Lions um À-fonds-perdu-Beiträge beim Bund beworben: ZSC-CEO Peter Zahner.

Andy Mueller/freshfocus
Der 60-Jährige sagt: «Nur wer ein Gesuch einreicht, hat Chancen auf Geld.»

Der 60-Jährige sagt: «Nur wer ein Gesuch einreicht, hat Chancen auf Geld.»

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Geisterspiele im Hallenstadion führten bei den Zürchern zu einem grossen Verlust. 

Geisterspiele im Hallenstadion führten bei den Zürchern zu einem grossen Verlust.

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Darum gehts

  • Am Montag wurde publik, dass 42 Clubs beim Bundesamt für Sport ein Gesuch für Corona-Hilfsgelder eingegeben haben.

  • Auch die ZSC Lions bemühen sich um die À-fonds-perdu-Beiträge.

  • Peter Zahner, CEO der Lions, sagt: «Wir wissen, dass wir die geforderten Auflagen eventuell nicht alle erfüllen können.»

«Es war ein ziemlicher Papierkrieg. Ich habe mir sagen lassen, dass wir rund 98 Dokumente beim Bundesamt für Sport (BASPO) einreichen mussten.» Doch der Aufwand habe seinen Verein nicht davon abgehalten, sich beim Bund um die Corona-Hilfen, die sogenannten À-fonds-perdu-Beiträge, zu bewerben. Das sagt Peter Zahner, CEO der ZSC Lions.

Damit gehören die Zürcher zu den elf Clubs der National League, die sich um Hilfsgelder bemühen. «Für uns war relativ schnell klar, dass wir ein Gesuch eingeben werden. Mit den Geisterspielen war klar, dass wir einen grossen Verlust einfahren würden», so der 60-Jährige. Und hält fest: «Es stand für uns nicht zur Diskussion, auch im Wissen, dass wir die geforderten Auflagen eventuell nicht alle erfüllen können.»

Grosse Herausforderung für die Clubs

Die Vorlagen und Bedingungen, die an die Vergabe der Gelder geknüpft sind, wie beispielsweise die Reduktion der Löhne aller Angestellten mit einem Salär über 148’200 Franken um 20 Prozent für fünf Jahre, seien «so hoch, so streng, so strikt». Zahner spricht von einer grossen Herausforderung, die auf den Club zukomme und von der man noch nicht wisse, ob man sie vollständig meistern werde. So können bestehende Verträge nicht einseitig gekündigt werden. Bei Gesprächen mit dem BASPO sei es zudem zu Interpretationsfragen gekommen.

«Werden die Vorgaben so angewendet, sehe ich schwarz», sagt Zahner. Würden die Vorgaben nicht angepasst und von Vereinen nicht eingehalten, müssen diese die Gelder, die dann wie zinslose Darlehen betrachtet werden, zurückzahlen. Allerdings hält der CEO fest: «Nur wer ein Gesuch einreicht, hat Chancen auf Geld. Und es könnte auf die Vereine auch wie ein Bumerang zurückkommen, wenn sie kein Gesuch einreichen. Dann hiesse es wieder, es ginge ihnen doch gut.»

Welcher Verein verzichtet?

Einem Verein der National League scheint es so gut zu gehen, dass er sich freiwillig nicht um einen Teil der 115 Millionen Franken bemüht. Der EV Zug, Fribourg, Lugano, Ambri, die SCL Tigers und der SC Bern haben gegenüber 20 Minuten die Einreichung ihres Gesuchs um À-fonds-perdu-Beiträge bestätigt. Eine Antwort von Biel, Davos, Genf und den Lakers ist noch ausstehend. Bei Lausanne heisst es: «Wir werden zu diesem Zeitpunkt keine Kommentare oder Erklärungen abgeben und rechtzeitig kommunizieren.»

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