Aktualisiert 10.10.2016 08:06

Hall of Airsoft«Wir wollen Airsoft populärer machen»

Seit kurzem steht in Baar die grösste Airsoft-Indoor-Anlage der Schweiz. Die Fans lieben sie. Aber solche Arenen stossen auch auf Kritik, weil sie Gewalt verherrlichten.

von
Emina Hadzic

In Baar gibts seit kurzem eine Airsoft-Arena. (Video: emi)

Der neue Trend neben Paintball und Laser-Tag heisst Airsoft. Airsoft-Anlagen versprechen pure Adrenalinkicks und Spass, was vor allem die Herzen der Männer höher schlagen lässt. Seit kurzem steht die grösste Schweizer Airsoft-Indoor-Anlage in Baar. In einem spielerischen Strategiespiel können sich die Teilnehmer mit Softair-Waffen, die mit Kugeln aus Plastik geladen sind, auf dem Spielfeld austoben.

770 Quadratmeter Fläche

«Auf einer Fläche von 770 Quadratmetern haben wir mit vielen Hindernissen und Trennwänden ein taktisches Spielfeld aufgebaut», sagt Miralem Softic (26), Geschäftsführer der Hall of Airsoft. Im vergangenen Frühling hatten er und sein Freund Eldin Alagic (25) die Idee, eine solche Airsoft-Anlage mitten in der Zentralschweiz anzubieten: «Wir wollen diese Sportart in der Schweiz populärer machen. Als Standort haben wir uns für Baar entschieden, weil es ziemlich zentral liegt», so Softic. Innerhalb von sieben Tagen wurde die Arena auf die Beine gestellt: «Wir sind morgens gestartet und haben bis spät in die Nacht geschuftet. Unsere Ideen haben wir mit Holzspanplatten, Fässern und Tarnnetzen umgesetzt.»

Die Zielgruppe ist nicht definiert, aber es gibt ein Mindestalter: «Airsoft ist ab 14 Jahren erlaubt. Dann muss aber noch eine Elternperson dabei sein», so Softic. Grossen Wert legen die Gründer auch auf die Schutzausrüstung: «Wir empfehlen, ein Langarmshirt, einen Schal und Handschuhe zu tragen. Ein absolutes Muss ist das Tragen einer Schutzmaske», so Alagic.

Airsoft ist anerkannte Sportart

Seit Jahren ist Airsoft in den USA, England und in Japan eine anerkannte Sportart. Allerdings wird sie auch oft kritisiert, da es einen kriegsähnlichen Zustand imitiert. «Das ist ein Vorurteil. Für uns ist es ein Mannschaftssport, bei dem es um Taktik, Geduld und um Reaktion geht und nicht nur um das Geballer», sagt Alagic. Bei einem Game kann man auch schnell ausser Atem geraten. «Es ist sehr anstrengend, man ist immer in Bewegung», so Softic.

Bei den Airsoft-Fans kommt die neue Arena gut an. Cyprian Salwa (32) spielt regelmässig Airsoft: «Es ist cool, dass es im Raum Zug nun eine Airsoft-Halle gibt. Die Arena macht einen sehr guten Eindruck. Man schwitzt viel und trotzdem ist es frisch hier.»

Kritik

Barbara Beck-Iselin, Vizepräsidentin der Alternative – die Grünen Zug, steht dem Thema Airsoft kritisch gegenüber: «Eine solche Anlage finde ich nicht nötig», sagt sie. Mit Sportarten wie Airsoft werde Gewalt verherrlicht, auch wenn diese in einem spielerischen Rahmen durchgeführt werden. Beck-Iselin betont, dass dadurch Hemmungen zur Gewaltausübung abgebaut werden können. Auch die tiefe Alterslimite stört sie: «Das sind doch noch Kinder.» Eine Begleitung durch Erwachsene nütze da nichts. «Es gibt andere Möglichkeiten, wie man Aggressionen abbauen kann», sagt Beck-Iselin.

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