Magglingen-Protokolle – «Wir wollen das nicht» –  So will der Bund Missbräuche im Sport stoppen
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Magglingen-Protokolle«Wir wollen das nicht» – So will der Bund Missbräuche im Sport stoppen

In den «Magglingen-Protokollen» berichteten junge Turnerinnen vor einem Jahr über Misshandlungen in ihrer Zeit als Sportlerinnen. Nun hat der Bund die Ereignisse aufgearbeitet und aufgezeigt, wie neue Fälle verhindert werden sollen.

Junge Sportlerinnen, vor allem Turnerinnen, haben gegenüber dem Magazin des Tagesanzeigers berichtet, wie sie während ihren Trainings misshandelt wurden. Die ehemalige Turnerin Lisa Rusconi berichtet, wie Magglingen sie verändert hat, wie sie in eine Emotionslosigkeit gefallen ist und sich langsam und mühselig wieder rauskämpfen musste. Der Bund hat die Gewalt und die Misshandlungen nun in einem Bericht untersuchen lassen. 800 Seiten lang ist das Papier geworden. Fazit: Die Misshandlungen waren keinesfalls Einzelfälle, sie hatten System.

Fünf Massnahmen ergreift der Bund nun. Sie lassen sich zusammenfassen unter dem Stichwort «Kulturwandel». Mehr Respekt vor den Sportlerinnen und Sportlern, besserer Umgang mit ihnen. Eine Meldestelle für Betroffene soll sicherstellen, dass nichts unter den Teppich gekehrt wird. Die schärfste neue Waffe im Köcher vom Bund: Bei Verstössen werden Bundessubventionen für die betroffenen Sportverbände gestrichen. Beim Schweizer Turnverband, der wegen der Vorfälle in den Magglingen-Protokollen im Zentrum der Kritik gestanden ist, sei man offen für Verbesserungen.

Damit sich Turnerinnen und Turner künftig wohlfühlen, nehme man sogar in Kauf, dass zumindest in naher Zukunft wohl einige Medaillen weniger gewonnen werden. 20 Minuten hat betroffene Sportlerinnen gefragt, ob sie die neuen Massnahmen sinnvoll finden, bisher hat sich aber noch keine dazu äussern wollen.

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(Team Video News)

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