Das Hard Seltzer aus der Schweiz: YEAAH-Gründer im Interview
Das YEAAH Hard Seltzer gibt es in drei Geschmacksrichtungen: Grapefruit, Passionsfrucht und Holunderblüten.

Das YEAAH Hard Seltzer gibt es in drei Geschmacksrichtungen: Grapefruit, Passionsfrucht und Holunderblüten.

YEAAH
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Schweizer Hard Seltzer«Wir wollen den grossen Getränkekonzernen Paroli bieten»

Mit YEAAH will sich der ehemalige Finanzberater Martin Dommer im stetig wachsenden Markt von Hard Seltzer positionieren. Sein Ass: Er lässt seine Getränke in einer Appenzeller Brauerei brauen.

von
Sonja Siegenthaler

20 Minuten Lifestyle: Martin, wieso braucht die Schweiz noch einen weiteren Hard Seltzer Brand? Ich finde Hard Seltzer in vielen Situationen eine grossartige und erfrischende Alternative zu Getränken wie Gin Tonic, Prosecco oder Bier. Zudem bin ich überzeugt, dass Schweizer Konsumierende viel Wert auf hohe Qualität und lokale Produktion legen. Diesen Leuten bieten wir mit YEAAH ein Produkt, das nach höchsten Standards in Appenzell gebraut wird.

In Amerika liegen Hard Seltzer längst stark im Trend, auch hier sieht man immer mehr in den Regalen. Wie erklärst du dir den Hype? Hard Seltzer sind die erste Innovation im Getränkemarkt seit langem. Sie sprechen sehr viele Trends an, die in den USA wie auch hier auf dem Vormarsch sind: Die Leute ernähren sich heute bewusster, wollen aber trotzdem nicht ganz auf Alkohol verzichten. Ausserdem bieten Hard Seltzer eine zuckerfreie Alternative zu süssen, alkoholischen Mixgetränken und stellen eine Option zum Dosenbier dar.

Über Martin Dommer

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Martin Dommer hat Finance an der Universität St. Gallen studiert und war danach vier Jahre in der Beratung in Zürich und New York City tätig. In New York entstand die Idee für YEAAH, die ihn so begeisterte, dass er sich entschloss, in die Schweiz zurückzukehren, seinen Job aufzugeben, die Anzüge gegen T-Shirts zu wechseln und voll in die Getränkebranche einzusteigen.

Wie kams, dass du als Quereinsteiger eine eigene Marke gründen wolltest? Ich durfte für meinen vorherigen Arbeitgeber als Expat nach New York City. Das war genau zu der Zeit, als Hard Seltzer so richtig anfingen zu boomen. In jedem Shop, jeder Bar, jedem Club und jedem Haushalt war das Produkt allgegenwärtig. Ich war überzeugt, dass Hard Seltzer auch in der Schweiz Anklang finden werden.

Und wie gings dann weiter? Feldstudien mit Freunden, die zu Besuch waren und Recherchen zu Markttrends haben diese Überzeugung so weit bestärkt, dass ich mich entschied, den Traum New York City nach einem Jahr vorzeitig zu beenden, meinen gut bezahlten Job an den Nagel zu hängen und mein gesamtes Erspartes in den Aufbau von YEAAH zu stecken.

Mit der Produktion in der Schweiz werden lange Transportwege gespart.

Mit der Produktion in der Schweiz werden lange Transportwege gespart.

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Was ist dir in Bezug auf dein Produkt wichtig? Das A und O ist der Geschmack. Der ist uns sehr gut gelungen. Aber natürlich braucht es heutzutage noch weitere Dinge, um sich zu etablieren. Uns ist Schweizer Produktion und Nachhaltigkeit extrem wichtig. Mit der Brauerei Locher haben wir hierfür den idealen Produktionspartner gefunden. Sie garantieren höchste Qualität, produzieren im Appenzell und verarbeiten Produktionsrückstände zu Chips, Pizza und Fischfutter weiter.

Wie konntest du die Brauerei für deine Idee gewinnen? Die Brauerei Locher hat sich ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wie wir mit Hard Seltzer auseinander gesetzt. Als innovative Brauerei waren sie vor allem an der Herausforderung interessiert, ein Hard Seltzer von höchster Qualität zu brauen und ihre Braukompetenz weiter zu erhöhen, jedoch weniger daran, selber in diesen Markt einzusteigen. Wir konnten sie schlussendlich davon überzeugen, YEAAH für uns in Lohnproduktion herzustellen.

Erklär mal: Wie wird ein Hard Seltzer denn genau hergestellt? Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man mischt Vodka mit Wasser und fügt Fruchtaromen hinzu oder man braut es. YEAAH ist nicht einfach ein Zusammenmischen von Alkohol und Wasser, sondern wird mit Gerstenmalz gebraut. Also wie Bier, einfach ohne Hopfen. Das gibt dem Getränk einen natürlicheren Geschmack.

Was steht aktuell bei euch an? Es dreht sich alles um die Vorbereitung des nächsten Jahres. Da wir ein Startup sind, sind unsere Ressourcen begrenzt und wir müssen uns sehr stark darauf fokussieren, unsere Zeit und finanziellen Mittel so effektiv wie möglich einzusetzen. Bisher ist uns das hervorragend gelungen, aber das Thema beschäftigt mich stark. Unsere Konkurrenz sind internationale Getränkekonzerne, denen wir mit viel Herzblut, vollem Fokus und einem tollen Produkt Paroli bieten wollen.

YEAAH hebt sich optisch stark von den anderen Brands ab. Wollt ihr damit eine eher jüngere Kundschaft ansprechen? Ich glaube nicht, dass unsere Kundschaft jünger ist als diejenige von anderen Hard Seltzer Brands, wir sprechen sie aber anders an. Die Leute wollen etwas Cooles mit Wiedererkennungseffekt, das sich auch auf Social Media gut inszenieren lässt. Wir heben uns von der Konkurrenz ab, die ausnahmslos in weissen Dosen mit Farbtupfern daherkommt.

Martin Dommer setzt auf auffälligeres Design, das sich von den sonst eher cleanen Dosen der Konkurrenz abhebt. 

Martin Dommer setzt auf auffälligeres Design, das sich von den sonst eher cleanen Dosen der Konkurrenz abhebt.

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Mal ganz ehrlich: Ist Hard Seltzer dein liebstes alkoholisches Getränk? In sehr vielen Situationen, ja. Bier und Wein haben aber durchaus auch ihren Platz.

Wie wird sich der Trend in der Schweiz entwickeln? Ich bin überzeugt, dass Hard Seltzer ihre Daseinsberechtigung haben und sich auch hier etablieren werden. Die Daten und Feedbacks, die wir laufend sammeln, unterstreichen das. Eine neue Getränkekategorie etabliert sich aber nicht von heute auf morgen, es braucht Zeit.

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