Aktualisiert 03.11.2015 07:04

Facebook-Erfolg

«Wir wollen die Uni Zürich persönlicher machen»

Mit dem Blog Humans of UZH wollen Studenten der Universität ein Gesicht geben, indem sie nach dem Prinzip Zufall Personen porträtieren. Das kommt gut an.

von
ced

Der Blog Humans of the University of Zurich (UZH) porträtiert einzelne Studenten und Mitarbeiter mit Foto und einem kurzen Text. Das sind zum Beispiel Mensa-Mitarbeiterinnen und Professoren, die einen Blick hinter die Kulisse gewähren, aber auch Studenten die witzige Geschichten aus dem Alltag erzählen. Auf Facebook existiert die Seite erst seit dem 15. Oktober – wird aber bereits von über 1000 Personen verfolgt.

«Wir wissen selbst nicht genau, wie wir das geschafft haben», sagt Mitgründerin Cornelia Huber (25). «Vielleicht haben wir einfach den Nerv der Zeit getroffen.» Offenbar hätten viele Studenten das Bedürfnis, die Anonymität an einer grossen Uni ein Stück weit zu überwinden. Genau das sei auch das Ziel: «Wir wollen die Uni persönlicher machen», sagt die Wirtschaftsstudentin.

Der falsche Zug, Reisen und eine Romanze

Mitgemacht hat zum Beispiel Medizinstudentin Olivia Mühlebach (25). Im Blog erzählt sie eine witzige Geschichte aus den Sommerferien – sie hatte statt den Zug nach Chur aus Versehen jenen ohne Halt bis Basel erwischt. «Das Konzept von Humans of UZH finde ich spannend. Es geht nicht darum, im Rampenlicht zu stehen, sondern den Uni-Alltag etwas aufzulockern», sagt Mühlebach. Andere Studenten erzählen von ihren Reisen oder davon, wie sie an der Uni ihre Liebe gefunden haben.

Weil mit den Portraits auch die Vielfältigkeit auf dem Campus abgebildet werden soll, erfolge die Auswahl der Interview-Partner spontan. Huber: «Wir laufen durch die Uni und sprechen eine breite Auswahl von Leuten an.» Das komme nicht immer gut an. «Viele schrecken vor einer Veröffentlichung auf Facebook zurück», so die Studentin. Die bisherigen Teilnehmer hätten jedoch gezeigt, dass hinter jeder Person eine spannende Geschichte stecke.

Zukunft des Blogs noch unklar

Huber und die anderen Mitgründerinnen Corinne Schleiss (22), Cindy Candrian (20) sowie Gründungsmitglied Joël Capt (22) haben sich im Rahmen eines Seminars der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät kennengelernt. «Uns war es wichtig, ein Projekt zu wählen, hinter dem unser ganzes Team mit voller Begeisterung stehen kann.» So habe man beschlossen, der Uni – in Anlehnung an das bekannte Projekt Humans of New York – ein Gesicht zu geben.

Ob der Blog nach Abschluss des Seminars fortgeführt wird, steht noch in den Sternen. Huber: «Das müssen wir zuerst in Ruhe besprechen. Wir sind aber überwältigt von der Resonanz und halten uns diese Option sicherlich offen.»

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