Mitspracherecht für Jugendliche - «Wir wollen in die Corona-Taskforce!»
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Mitspracherecht für Jugendliche«Wir wollen in die Corona-Taskforce!»

Nach der zweiten Krawallnacht in St. Gallen fordern mehrere Stimmen den Einbezug von Jugendlichen in die Corona-Politik – das Unternehmerpaar Jo Dietrich (24) und Yaël Meier (20) ist bereit, Verantwortung zu übernehmen.

von
Dafina Eshrefi
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Unternehmerpaar Yaël Meier (20) und Jo Dietrich (24) bieten sich an, der Corona-Taskforce des Bundes als Experten beizutreten und damit junge Menschen und deren Interessen zu vertreten.

Unternehmerpaar Yaël Meier (20) und Jo Dietrich (24) bieten sich an, der Corona-Taskforce des Bundes als Experten beizutreten und damit junge Menschen und deren Interessen zu vertreten.

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Darum gehts

  • Am Freitag kam es in St. Gallen erneut zu Krawallen.

  • Nun fordern Politiker und Experten mehr Mitspracherecht für Jugendliche – zum Beispiel in der Corona-Taskforce des Bundes.

  • Das junge Unternehmerpaar Jo Dietrich (24) und Yaël Meier (20) sieht sich als Sprachrohr zur jungen Generation – und deshalb als valide Kandidaten für diesen Posten.

Nach Gummischrot, Reizgas und Molotow-Cocktails sollen Empathie, Toleranz und Lösungen her: Jugendliche lieferten sich am Wochenende in St. Gallen Strassenkämpfe mit der Polizei. Nun fordern Politiker und Experten, dass junge Menschen mehr mitreden können – zum Beispiel in der Corona-Taskforce des Bundes.

Das Zürcher Generation Z-Paar Jo Dietrich (24) und Yaël Meier (20) hilft mit ihrem Start-up ZEAM anderen Firmen den Draht zu Jugendlichen zu finden, als Vermittler zwischen den Generationen.
Für den Frust der jungen Menschen nach über einem Jahr Pandemie haben sie vollstes Verständnis: «Wir jungen Leute sind in allem eingeschränkt. Uns trifft die Pandemie am härtesten!» Denn ein wichtiger Abschnitt ihres Lebens bleibe ihnen verwehrt. Obwohl die Jugendlichen vor der Corona-Erkrankung keine Folgen zu befürchten hätten, würden sie sich seit Monaten an die Massnahmen halten. «Statt diese Leistung anzuerkennen und uns endlich in den Entscheidungen einzubeziehen, schliesst man uns aus», sagt Jo Dietrich. Anstatt über Junge zu reden, solle man endlich mit den Jungen reden und ihnen zuhören, erklärt Meier.

« ‹Wir bestimmen und ihr macht mit!› hat ausgedient»

Dass die Corona-Taskforce keine Vertreter der Generation Z hat, habe sie schockiert. Das wollen die beiden nun ändern und bieten sich an, die Corona-Taskforce zu verstärken: «Als Vertreter der jungen Generation würden wir genauso vorgehen, wie wir es mit unserem Unternehmen tun: Einen Diskurs schaffen und an gemeinsamen, generationenübergreifenden Lösungen arbeiten!»

Dietrich stellt klar: «Die Einstellung Wir bestimmen und ihr macht mit! hat ausgedient. Holt uns endlich an den Tisch!» Bestes Beispiel für diese Einstellung sei der Appell der St. Galler Stadtpolizei an die Eltern der Jugendlichen gewesen, sie sollen ihre Kinder nicht in die Stadt lassen: «Da gehen junge Menschen auf die Strasse, um endlich gehört zu werden. Und was machen die Behörden? Sie wenden sich an ihre Eltern.»

In der Schweiz würden 1,4 Millionen Menschen der Generation Z angehören, sagt Dietrich. Das Wichtigste sei, dass man diese jungen Menschen ernst nehme und ihnen echte Perspektiven anbiete: «Das gelingt nur in einer Zusammenarbeit.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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