Aktualisiert 19.08.2009 09:49

Zug-Tranier Doug Shedden«Wir wollen weiter voran kommen»

Zugs Trainer Doug Shedden hat ein klares Ziel: In die Playoffs ohne allzu viel Stress. Der finnische Torhüter Jussi Markkanen soll es möglich machen.

von
Klaus Zaugg

Auf die Frage von 20 Minuten Online, was denn letzte Saison die Ursache für die Krise vor Weihnachten und den Höhenflug nach Weihnachten war, hat Shedden eine klare Antwort: «Die Differenz? Die Torhüterleistung. Die Abwehrquote vor der Weihnachtspause lag bei 86 Prozent und dann bei über 92 Prozent. So ist es nun mal im Eishockeybusiness: Wenn der Torhüter weniger als 90 Prozent der Schüsse hält, hast du ein riesengrosses Problem.»

Hat er deshalb auf eine Vertragsauflösung mit Lars Weibel gedrängt? Shedden weiter zu 20 Minuten Online: «Überhaupt nicht. Aber ich wollte Konkurrenz auf der Goalieposition. Deshalb haben wir Markkanen geholt. Lars hätte bei uns bleiben können. Aber er war gewohnt, die unbestrittene Nummer 1 zu sein und wollte keine Konkurrenzsituation. Als mich Patrick Lengwiler informierte, dass sich Lars in dieser neuen Situation nicht wohl fühlt, habe ich sofort in einen Transfer eingewilligt. Wir hätten sonst ein Problem in der Kabine bekommen. So haben wir für ein paar Dollar die Situation geklärt.»

Der noch ein Jahr laufende Vertrag ist aufgelöst worden und Lars Weibel hat nun eine neue Herausforderung bei den Kölner Haien. Er hat dort einen Einjahresvertrag mit etwas weniger Salär als in Zug und die Differenz der Lohnkosten hat der EV Zug übernommen. Mit der Verpflichtung Jussi Markkanen sollte es beim EVZ nun kein Torhüterproblem mehr geben.

Shedden will mehr erreichen

Letztlich hat Shedden in der vergangenen Saison mit der Halbfinalqualifikation das Ziel erreicht (sein Vertrag hat sich dadurch automatisch um ein weiteres Jahr bis 2011 verlängert). Aber zufrieden ist er nicht. «Nach der turbulenten Saison war schliesslich nach dem Viertelfinalsieg über den SC Bern alle glücklich. Das kann ich nach allem, was wir während der Qualifikation durchgemacht haben, verstehen. Aber wir wollen weiter vorankommen und uns nicht mit dem Gewinn einer Playoffserie zufrieden geben.» Damit ist klar: Die längerfristigen Ziele sind höher als das Halbfinale. Doch vorerst lautet das Ziel Playoffs. «Wir wollen die Playoffs erreichen und wenn möglich mit etwas weniger Aufregung als letzte Saison. Das ist unser Ziel und dann sehen wir weiter. Die Liga ist so ausgeglichen, dass es schwierig genug wird, die Playoffs zu schaffen.»

Für die neue Saison ist der EVZ-Bandengeneral zuversichtlich: «Der Zusammenhalt der Mannschaft ist wirklich sehr gut. Ich bin schon recht weit in der Eishockeywelt herumgekommen - aber einen so guten Teamgeist habe ich noch nicht erlebt.» Shedden hat bisher als Spieler oder Trainer 22 verschiedene Mannschaften in Nordamerika und Europa erlebt, inklusive das finnische Nationalteam. Er weiss also schon, wovon er spricht.

Der Fall Parick Fischer

Offen ist nach wie vor, was passiert, wenn Patrick Fischer (er wird am 6. September 34) wieder spielen möchte. «Wir haben den Vertrag unter der Voraussetzung aufgelöst, dass er seine Karriere beendet», sagt Zugs Sportchef Patrick Lengwiler gegenüber 20 Minuten Online «Er darf in der NLA bei keinem anderen Klub als Zug spielen», ergänzt Geschäftsführer Roland Wyss. Doch da widerspricht Lengwiler. «Theoretisch lautet unsere Abmachung zwar tatsächlich so. Aber es gibt ja nicht nur Transferabkommen. Sondern auch ein Arbeitsrecht und arbeitsrechtlich könnten wir Patrick Fischer wohl nicht davon abhalten, in der NLA dort zu spielen wo er möchte.» Lengwiler geht nicht auf die Details des Abkommens mit Fischer ein, hält aber fest: «Wenn er denn tatsächlich wieder spielen möchte, so wird der Klub, der ihn verpflichten will, schon noch mit uns ein Gespräch führen müssen.»

Fischer war letzte Saison mit 46 Punkten aus 50 Spielen Zugs bester Schweizer Skorer in der Qualifikation. Auf seinen Wunsch ist der noch bis 2010 laufende Vertrag aufgelöst worden.

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