IS-Sexsklavin: «Wir wurden in der prallen Sonne angekettet»
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IS-Sexsklavin«Wir wurden in der prallen Sonne angekettet»

Die 18-jährige Irakerin Jinan wurde von IS-Kämpfern drei Monate lang als Sexsklavin missbraucht. Jetzt spricht sie über ihr Martyrium.

von
pat
Drei Monate lang gequält: Die 18-jährige Jinan wurde vom IS entführt.

Drei Monate lang gequält: Die 18-jährige Jinan wurde vom IS entführt.

Die irakische Jesidin Jinan wurde von Kämpfern der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) entführt, geschlagen und drei Monate lang als Sexsklavin missbraucht. In einem Buch mit dem Titel «Daesh's Slave», übersetzt «Sklavin des IS», beschreibt sie nun, was ihr während dieser Zeit alles widerfahren ist.

«Sie haben uns gefoltert und versucht, uns mit Gewalt zum Islam zu bekehren. Wenn wir uns weigerten, wurden wir geschlagen und draussen in der prallen Sonne angekettet. Und sie haben uns gezwungen, Wasser zu trinken, in dem tote Mäuse schwammen», schreibt Jinan. Ihre Peiniger hätten damit gedroht, sie mit Elektroschocks zu foltern, erzählt sie.

Auch westliche Männer kauften Frauen

Dutzende Frauen seien in Mossul in eine grosse Halle gebracht und dort verkauft worden. «Die Kämpfer schlichen um uns herum, lachten laut und kniffen uns in den Hintern.» Neben Irakern und Syrern sollen auch westliche Ausländer vor Ort gewesen sein. Die schönsten Mädchen seien für die reichen Männer aus den Golfstaaten und für die Milizchefs reserviert gewesen, so Jinan weiter.

«Ich nehme deine Beretta-Pistole für eine Brünette», habe ein Menschenhändler gesagt. Und weiter: «Falls du eine Barzahlung bevorzugst, macht das 150 Dollar.»

«Sie wollen sich an der ganzen Welt rächen»

«Diese Menschen waren keine Menschen. Sie haben nur an den Tod gedacht, an das Morden. Sie haben pausenlos Drogen genommen. Sie wollen sich an der ganzen Welt rächen», schreibt Jinan in ihrem Buch.

Nach drei Monaten Gefangenschaft gelang ihr mithilfe gestohlener Schlüssel die Flucht. Jinan lebt inzwischen gemeinsam mit ihrem Ehemann in einem Flüchtlingslager im Nordirak. Sie getraut sich nicht, in ihre alte Heimat zurückzukehren.

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