23.07.2020 05:02

FCB-Captain Stocker zum Corona-Fall

«Wir wussten, dass das auch bei uns passieren kann»

Der FCB hat einen ersten Corona-Fall, dennoch liefert er in St. Gallen eine Gala ab. Für den Rest der Saison trifft der Club aber weitere Massnahmen.

von
Eva Tedesco

Marcel Koller und Valentin Stocker sprechen nach dem 5:0-Sieg in St. Gallen über den Corona-Fall beim FCB.

Video: 20 Minuten/ete

Darum gehts

  • Am Mittwochnachmittag meldet der FC Basel seinen ersten Corona-Fall.
  • Um welchen Spieler es sich handelt, wurde nicht kommuniziert.
  • Weil die anderen Spieler negativ getestet wurden, konnte der FCB in St. Gallen spielen und gewann 5:0.
  • Für die nächsten Woche werden in Basel weitere Massnahmen getroffen.

Am Mittwochnachmittag gab der FC Basel bekannt, dass einer seiner Spiele positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Um welchen Spieler es sich handelt, kommunizierte der Club nicht, sondern nur, dass sich der Betreffende in häuslicher Isolation befinde. Weil die anderen Spieler negativ getestet wurden, konnte Basel am Mittwochabend in St. Gallen antreten und überfuhr die Ostschweizer 5:0 – als ob nichts gewesen wäre.

Man habe am Morgen vom positiven Test erfahren und sei natürlich wenig erfreut gewesen. «Ich habe es mit der Mannschaft angesprochen, aber wird mussten das, weil ein wichtiges Spiel bevorstand, zur Seite schieben und uns fokussieren», sagt Trainer Marcel Koller zum Aufreger. «Die Mannschaft hat das gut hinbekommen.»

Stockers Vertrauen in die richtigen Leute

Nach St. Gallen, dem FCZ und Xamax hat es mit dem FC Basel nunmehr den vierten Verein in der Super League getroffen. Bislang musste aber nur bei den Zürchern die ganze Mannschaft in Quarantäne. Was hat der Coronafall im eigenen Team bei den FCB-Spielern für eine Reaktion ausgelöst? Captain Valentin Stocker stellt sich der Frage. «Wir haben auch in den Medien gesehen was in der ganzen Welt und in der Schweiz passiert, wussten, dass das auch bei uns passieren kann und mussten vorbereitet sein», sagt Stocker.

«Wir haben aber super Massnahmen im Verein getroffen: Wir ziehen uns in kleinen Gruppen in vier oder fünf Garderoben um, kommen einzeln ins Training, es wird jeden Tag Fieber gemessen und auch Corona-Tests haben wir in den letzten Wochen schon vier oder fünf gemacht», so der FCB-Captain, «ich glaube, vielmehr können wir nicht machen.» Man könne sich ja auch beim Einkaufen oder sonstwo anstecken, deshalb habe man in den letzten Wochen so weit wie möglich auf alle Aktivitäten ausserhalb des Clubs verzichtet. «Wenn es dann halt nochmal passiert, sollen jene Leute entscheiden wie es weitergeht, die sich auskennen. Und ich glaube, dann gilt es auch im Schweizer Fussball, diesen Leuten zu vertrauen.»

Der FC Basel gewinnt auswärts gegen den FC St. Gallen 5:0. Valentin Stocker: «Sie wollten uns am Anfang überrumpeln, aber wir haben es geschafft, sie zu überrumpeln.»

Video: 20 Minuten/ete

FCB will nichts riskieren

Trotzdem will der FCB kein Risiko eingehen und trifft weitere Massnahmen. Die Basler werden künftig das Team ausnahmslos vor jedem Spiel auf das Coronavirus testen. Auch, um die nationale Meisterschaft nicht zu gefährden, vor allem aber für das Rückspiel in der Europa League gegen Eintracht Frankfurt und für die mögliche Teilnahme am Finalturnier des gleichen Wettbewerbs. Denn nach der Qualifikation überhaupt daran teilnehmen zu dürfen, verlangt das Sicherheitskonzept der Uefa vorher einen Test von den Teams.

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2 Kommentare
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MartinS

23.07.2020, 05:23

Wieso mussten die Spieler nicht in Quarantäne? Beim FCZ mussten ALLE Spieler die Kontakt mit den Positiven hatten, in Quarantäne. Bei Xamax hiess es, ein Spieler sei positiv, er sei aber nicht ansteckend!? Der SFV hat es einfach nicht im Griff! Es läge an ihm, für ALLE Clubs die gleichen, verbindlichen Regeln aufzustellen.