Aktualisiert 22.03.2016 07:09

Waghalsiger SkifahrerWirbel um angebliches Matterhorn-Video

Ein Video, das einen Skifahrer zeigen soll, der das Matterhorn hinunterfährt, verbreitet sich rasant auf Facebook. Allerdings gibt es einen kleinen Schönheitsfehler.

von
num

Die Facebook-Seite «I love Switzerland!» veröffentlichte vergangene Woche ein Video, das einen Skifahrer mit Nerven aus Stahl zeigt. Dieser steht offenbar auf dem Gipfel eines Berges und fährt mit den Ski den Grat hinunter. Links und rechts geht es steil in die Tiefe – eine falsche Bewegung und er würde in den sicheren Tod stürzen.

Das Video wurde über 76'000 Mal geteilt – insgesamt wurde es bereits über sechs Millionen Mal angeklickt. Die Facebook-Seite schreibt dazu: «Auf dem Gipfel des Matterhorns!» Das Video macht bereits in internationalen Medien die Runde. Über den «Draufgänger» aus Switzerland schreibt die englische «Daily Mail» bereits und zeigt dazu ein Bild des Matterhorns. Auch das deutsche Portal Bild.de zeigte das Video seinen Lesern.

«Schade um das Image»

Nur: Beim Berg, den der unbekannte Skifahrer so bezwingt, handelt es sich gar nicht um das Matterhorn. Edith Zweifel von Zermatt Tourismus zeigte das Video erfahrenen Bergführern, die den berühmten Berg schon oft bestiegen haben.

«Anhand der Umgebung, der Fels-Formationen und des Grats können sie ausschliessen, dass es sich um das Matterhorn handelt», sagt Zweifel. «Auch ist Kalkgestein zu sehen, auf dem Gipfel des Matterhorn ist aber hauptsächlich kristallines Gestein vorhanden.»

Der Berg steht in Slowenien

Mittlerweile ist klar, um welchen Berg es sich handelt. Dieser liegt nicht in der Schweiz, sondern in Slowenien. Es ist der 2 473 Meter hohe Dolgi Hrbet, der im Video zu sehen ist. Beim Skifahrer soll es sich um den slowenischen Extremsportler Davo Karnicar handeln. Immerhin: Der bekannte Alpinist war mit seinen Skiern schon mindestens einmal auf dem Matterhorn. Das Video ist dabei allerdings nicht entstanden.

Doch Zweifel ist ob des Hypes nicht ganz überrascht: «Immer wieder versuchen irgendwelche Leute, vom Image des Matterhorns zu profitieren.» Es sei schade um den Namen und das Image. Und sie sagt: «Wer ungefährlicheren Kitzel erleben will, sollte auf unsere Pisten kommen – die Schneeverhältnisse sind immer noch traumhaft.»

Dass das Matterhorn aber tatsächlich – wenn auch nicht von zuoberst – mit den Skiern bezwungen werden kann, zeigten bereits andere Extremsportler:

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.