Vertrag gekündigt: Wirbel um Frauenfussball-Akademie
Aktualisiert

Vertrag gekündigtWirbel um Frauenfussball-Akademie

Wieder steht das Nationalen Sportzentrum Huttwil im Fokus: Der Standort der Frauen-Fussballakademie steht vor dem Ende. Die Verträge mit dem Fussballverband (SFV) sind per Ende Saison gekündigt worden.

von
Klaus Zaugg
Nationaltrainerin Beatrice von Siebenthal trainiert in der Frauenfussballakademie täglich junge Talente.

Nationaltrainerin Beatrice von Siebenthal trainiert in der Frauenfussballakademie täglich junge Talente.

Im letzten Frühjahr provozierte die Schliessung der Eishalle und die Auflösung des Amateur-Meisterteams und sportlichen NLB-Aufsteigers Huttwil Falcons Schlagzeilen. Nun sorgen die besten jungen Fussballspielerinnen unseres Landes für Gesprächsstoff. Sie verlieren wohl ihre sportliche Heimat.

Zur Erklärung: Seit Beginn der Saison 2004/05 besteht in Huttwil mit der sogenannten «Credit Suisse Football Academy» ein Ausbildungszentrum für Mädchen. Rund zehn talentierte Spielerinnen pro Jahrgang werden in Huttwil während zweier Jahre auf ihre spätere Karriere vorbereitet. Neben der Schule trainieren die besten Talente des Landes mindestens einmal pro Tag (in der Regel auf den Fussballfeldern des Sportzentrums) unter der Aufsicht von Nationaltrainerin Béatrice von Siebenthal. Die Spielerinnen sind in die Schulen von Huttwil und in Gastfamilien integriert.

Vertrag wurde gekündigt

Markus Bösiger, der Besitzer des Huttwiler Sportzentrums, hat nun den Vertrag mit dem Fussballverband per Ende Jahr fristgerecht gekündigt. Kann kein neuer Vertrag ausgehandelt werden, läuft die Zusammenarbeit auf Saisonende im Sommer 2012 aus und der Fussballverband verliert für seine Frauen-Akademie den Standort Huttwil. Als Gründe nennt Bösiger die verspätete Bezahlung der Mietzinse bzw. Dienstleistungen und eine gewisse Ignoranz und Arroganz der zuständigen Vertreter des Fussballverbandes bei den Versuchen, einen neuen Vertrag auszuhandeln. «Wir wollten bei der Vertragserneuerungen nicht primär mehr Geld. Sondern eine klarere Regelung der Rechte und Pflichten. Wir haben konkrete Vorschläge unterbreitet. Aber wir haben bis heute keine verbindlichen Antworten vom Verband bekommen.»

Huttwil gilt wegen der zentralen Lage und der vorzüglichen Infrastruktur als idealer Standort. Insgesamt zahlt der Fussballverband für die Akademie und verschiedene Kurse bisher pro Jahr 150 000 Franken für die verschiedenen Dienstleistungen. Marco von Ah, der Kommunikations-Direktor des Fussballverbandes, bestätigt die Kündigung des Vertrages. Man bedaure diesen Schritt des Sportzentrum-Besitzers, gebe die Hoffnung auf eine Einigung mit Bösiger nicht auf, sagt aber auch: «Wir sind nun daran, Alternativen zu Huttwil zu prüfen.»

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