Wirbel um Luxuswohnung einer SP-Gemeinderätin

Aktualisiert

Wirbel um Luxuswohnung einer SP-Gemeinderätin

Aufruhr um eine SP-Politikerin: Sie bewohnt in Zeiten akuten Wohnungsmangels zusammen mit ihrem Partner eine städtische 51/2-Zimmer-Maisonette-Wohnung im Zürcher Seefeld.

Laut geltenden Vorschriften müsste diese Wohnung von einer mindestens 4-köpfigen Familie bewohnt werden. Trotzdem bekam die SP-Politikerin Sabine Tobler (32) im letzten Juli den Vorzug. Dies laut «NZZ am Sonntag» deshalb, weil die städtische Liegenschaftenverwaltung es ihr ermöglichen wollte, «in ihrem politischen Tätigkeitsgebiet zu wohnen».

«Ich habe die Vermietung nicht vorgenommen und bin auch nicht dafür zuständig», rechtfertigte sich die SP-Frau gestern. «Ich habe ein gewisses Verständnis für die Kritiken. Aber wir wissen alle, wie schwierig es ist, momentan in Zürich eine Wohnung zu finden.» Und: «Mein Partner und ich haben vor, mittelfristig eine Familie zu gründen.»

Für SVP-Gemeinderat Roger Liebi ist die Sache ein Skandal. «Inmitten der städtischen Wohnbaudebatten finde ich das Verhalten von Frau Tobler sehr bedenklich, ja sogar skandalös», wettert er. «Sie zeigt damit, dass sie die eigene Politik nicht so ernst nimmt.» Denn speziell die Sozialdemokraten wiesen wegen der akuten Wohnungsnot immer wieder auf das Legislaturziel des Stadtrates hin, 10 000 neue Wohnungen speziell für Familien zu erstellen.

Daniel Zumoberhaus

Deine Meinung