Aktualisiert 27.09.2005 23:06

Wirbel um Weibel

Ein Inserat des Gewerkschaftsbundes mit SBB-Chef Benedikt Weibel hat einigen Wirbel verursacht. Im Inserat «wirbt» Weibel für den arbeitsfreien Sonntag.

Gleichentags machte er sich für die Ausdehnung der Sonntagsverkaufs in Bahnhöfen stark. Natürlich sei Benedikt Weibel nicht angefragt worden, ob er sich für das Inserat zur Verfügung stelle, sagte SGB-Sprecher Pietro Cavadini auf Anfrage. Die im Inserat abgedruckte Stellungnahme von Weibel, wonach er an Sonntagen nicht arbeite, sei einem Zeitungsinterview entnommen worden. Dass dieses Vorgehen Weibel nicht passe, sei dem SGB klar.

Ziel sei es gewesen, die Diskrepanz zwischen der Aussage im Interview und seiner Mitgliedschaft im Komitee «Öffentlicher Verkehr für offene Bahnhöfe» aufzuzeigen. Das Inserat im «Bund» und in der «Berner Zeitung» sei bewusst auf den Dienstag, den Tag der Medienkonferenz des Komitees, geschaltet worden, sagte Cavadini weiter. Das sei eine legitime, politische Aktion.

Die SBB reagierte am Dienstag ungehalten auf das Vorgehen des SGB. Via ein Anwaltsbüro forderte die SBB den SGB auf, «diese Werbung unverzüglich einzustellen». Das Inserat sei «offensichtlich rechtsverletzend, namentlich persönlichkeitsverletzend und irreführend». Es sei weder von der SBB noch von Benedikt Weibel autorisiert.

SGB-Sprecher Cavadini bezeichnete diese Reaktion als «übertrieben». Das Inserat werde aber nicht mehr erscheinen, versicherte er. «Basler Zeitung» und «Tages-Anzeiger» hätten sich - offenbar auf Druck der SBB - geweigert, das selbe Inserat am Mittwoch zu veröffentlichen.

Auch ähnliche Inserate plant der Gewerkschaftsbund vorerst nicht. Laut Cavadini gäbe es aber genügend Aussagen von Wirtschaftsführern, die den Sonntag für sich als «heilig» und «arbeitsfrei» betrachten, von den Arbeitnehmern aber Sonntagsarbeit forderten.

(sda)

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