Messehalle 9 Oerlikon: Wird das Asyl-Dörfli mit Holz-Spanplatten gebaut?
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Messehalle 9 OerlikonWird das Asyl-Dörfli mit Holz-Spanplatten gebaut?

Nach dem Debakel mit den brandgefährlichen Ikea-Häuschen prüft die Stadt eine Alternative aus Holz-Spanplatten. Am Dienstag entscheidet sie, ob man die Messehalle damit bestückt.

von
rom

Mit Hochdruck arbeiten das Zürcher Sozialdepartement und die Asyl-Organisation Zürich (AOZ) an einer Lösung für die Unterkünfte von 250 Asylsuchenden in der Messehalle 9 in Oerlikon ab Anfang Januar. Dies, nachdem die geplanten Better Shelter, auch bekannt als Ikea-Häuschen, beim Brandtest am Freitag durchgefallen waren – notabene am selben Tag, an dem die Stadt das Konzept in der Halle vorgestellt hatte.

Das Alternativ-Häuschen soll nun voraussichtlich aus Holz statt Kunststoff gefertigt werden. Konkret geht es um Grobspanplatten aus Holzwerkstoff. «Von Holzwerkstoff wissen wir aus langjähriger Forschung und Erfahrung, wie er sich verhält», sagte Lars Mülli von der kantonalen Gebäudeversicherung dem Regionaljournal Zürich-Schaffhausen von Radio SRF. Es seien auch genug Feuertests damit gemacht worden: «Da haben wir ein sehr gutes Gefühl.»

Teurer als die Ikea-Häuschen

Eine Holzbaufirma aus der Region Zürich hat am Montagnachmittag einen Prototyp gebaut, wie AOZ-Direktor Thomas Kunz zu 20 Minuten sagt: «Ob das die Lösung ist, wird sich nach der Begutachtung durch die kantonale Gebäudeversicherung zeigen.» Falls ja, will die Stadt am Dienstag grünes Licht für die Serienproduktion geben.

Was dies für den Zeitplan bedeutet, kann Kunz noch nicht abschätzen. Er hofft aber, dass die ersten Asylsuchenden in der ersten Januar-Hälfte einziehen und dass alle 62 Holz-Häuschen im Laufe des Monats geliefert werden können.

Die Holz-Häuschen wären von den Massen her gleich gross wie jene von Ikea. Sie könnten deshalb direkt auf die bereits vorbereiteten Bodenplatten montiert werden. Daher könnte man auch wie geplant 250 Asylsuchende in der Halle unterbringen. Wie viel die Holz-Version kosten würde, kann Kunz nicht sagen – nur so viel: «Sie ist sicher teurer als ein Ikea-Häuschen mit einem Preis von rund 1500 Franken pro Stück.»

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