Aktualisiert 19.06.2017 10:04

Neues Stadtquartier

Wird das Klybeck zum «24-Stunden-Quartier»?

Vier beauftragte Planungsteams aus Basel, Berlin, Frankfurt und Rotterdam zeigen, in welche Richtung sich das ungenutzte Klybeck-Industrieareal entwickeln könnte.

von
stv
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Das Industrieareal der chemischen Industrie im Klybeck. Dieses Areal soll in den nächsten Jahren zu einem Stadtquartier entwickelt werden.

Das Industrieareal der chemischen Industrie im Klybeck. Dieses Areal soll in den nächsten Jahren zu einem Stadtquartier entwickelt werden.

Keystone/Georgios Kefalas
Diese Fläche ist für das neue Stadtquartier vorgesehen.

Diese Fläche ist für das neue Stadtquartier vorgesehen.

zvg
So sieht der Testplan von OMA aus Rotterdam aus. Die Niederländer setzen auf Hochhäuser, die sich selbstbewusst präsentieren.

So sieht der Testplan von OMA aus Rotterdam aus. Die Niederländer setzen auf Hochhäuser, die sich selbstbewusst präsentieren.

OMA, Rotterdam

Die 300'000 m2 grosse Industriezone von Novartis und BASF zwischen Dreirosenbrücke, Wiese und Horburgpark soll in ein Stadtquartier umgestaltet werden.

Dafür haben vier Planungsteams aus Basel, Berlin, Frankfurt und Rotterdam am 17. Juni erste Testpläne präsentiert. Diese zeigen, wie sich die heute nicht mehr als Industrieareal benötigten Flächen zu einem gemischt genutzten Stadtquartier entwickeln könnten.

S-Bahn Verbindung und Hochhäuser

Das Team Diener+Diener aus Basel schlägt beispielsweise vor, dass ein Klybeckplatz das Herz des neuen Quartiers bilden soll. «Dieser Platz hat stadtweite Ausstrahlung für Kultur, Ausbildung und Wohnen am Platz», schreibt das Team. Laut dem Testplan soll in diesem Quartier auch ein neuer Verkehrsknoten mit Tramlinien und S-Bahn Anschluss entstehen.

Das Team von Hans Kollhoff aus Berlin hat die Vision, dass im Klybeck ein neues Hochhaus-Ensemble geschaffen wird, das sich in der Stadtsilhouette selbstbewusst zeigen soll. «Im Untergeschoss sollen neue Einkaufsmöglichkeiten die bestehende Quartierversorgung ergänzen.»

Ein 24-Stunden-Quartier

Auch das Team AS+P aus Frankfurt am Main hat klare Vorstellungen. Auf dem Areal soll ein lebendiges Stück Stadt entstehen, das sich aus vier Bausteinen bildet: Das Wiese-Quartier mit Wohnen am Park, der Kern mit dem Flussquartier, das die typischen Blockrandformate der Nachbarquartiere aufnimmt und zuletzt das Klybeck mit dem Horburg-Park, das als urbaner Rückzugs- und Naherholungsraum dienen soll.

OMA aus Rotterdam, setzt zu den zusätzlich genannten Vorschlägen auf autofreie Zonen und unterirdisches Parkieren. Alles zusammen soll zu einem «24-Stunden-Quartier» mit dichten und unterschiedlichen Wohnformen werden. «So soll ein dichtes Stadtquartier entstehen, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht», sagt das Team.

Auch Bevölkerung redet mit

Doch nicht nur die Planungsteams entwickeln mit, auch die Bevölkerung beteiligt sich. Der Verein Zukunft Klybeck hat an dem Beteiligungsanlass der Planungspartner auch einen Slot erhalten, bei dem die Stimmen und Anliegen der Anwohner vorgetragen wurden.

«Uns ist soziale und ökonomische Nachhaltigkeit wichtig», sagt Christoph Moerikofer vom Verein Zukunft. Klybeck. «Wir wollen, dass die Bevölkerung Eigenverantwortung für ihren Lebensraum übernimmt.» Die Bewohner selbst seien nämlich «die wahren Experten des Alltags.»

Alle Vorschläge fliessen in die nun folgende Planungsphase. Die Architekturfirma Metron AG erstellt aus diesen Testplänen ein überarbeitetes Konzept zusammen. Derweil hofft der Verein, dass die eingebrachten Inputs Anklang finden und die Grundlage für den behördenverbindlichen Stadtteilrichtplan bilden.

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