Nach Sandros Sieg: Wird der Mister-Titel käuflich?
Aktualisiert

Nach Sandros SiegWird der Mister-Titel käuflich?

Der Unternehmer Sandro Cavegn ist Mister Schweiz 2012. Den Sieg hat er auch einem Gewinnspiel zu verdanken. Trotz harscher Kritik: Das soll Mister-Usus werden.

von
Isabelle Riederer

Seit Samstag ist Sandro Cavegn Mister Schweiz 2012. Wie er das geschafft hat? Dank einem ausgefuchsten Wettbewerb. Cavegn hat vor der Wahl das offizielle Mister-Voting mit einem Gewinnspiel mit Preisen im Wert von 20 000 Franken kombiniert. Wer für ihn anruft, kann gewinnen.

Der Ex-Mister und Jurypräsident der Mister-Wahl 2012 Renzo Blumenthal findet diese Aktion alles andere als toll. «Das Ganze hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack», so Blumenthal zu 20 Minuten. «Ich habe damals keinen Franken in die Hand genommen. Aber er hat nichts Verbotenes gemacht und man muss es so akzeptieren.»

Auch bei Mister-Jurorin Paloma Würth stösst die Verlosung sauer auf. «Diese Kampagne wäre eigentlich unnötig gewesen. Es wirft ein schlechtes Licht auf ihn und wirkt sich negativ auf sein Image aus.» Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi ist enttäuscht: «Ich finde es schade, im Grunde weiss man nicht, ob da jemand nur anruft, um zu gewinnen.»

«Kandidaten animieren»

Die Kritik am frisch gebackenen Mister lässt Mister-Organisator Ralf Huber kalt: «Sandro hat das einfach clever gemacht.» Daher sieht Huber auch von einer Reglementänderung ab – im Gegenteil: «Wir wollen im nächsten Jahr die Kandidaten dazu animieren, dasselbe wie Sandro zu machen.» Aber nicht jeder verfügt über ein solches Netzwerk wie Cavegn? «Jeder kennt jemanden», so Huber.

Mister Schweiz '12 Sandro Cavegn im Interview

Deine Meinung