Aktualisiert 11.03.2014 14:40

KonsumentenschützerWird der WhatsApp-Deal auf Eis gelegt?

Der Verkauf der Applikation WhatsApp an Facebook ist US-Konsumentenschützern ein Dorn im Auge. Sie verlangen, dass das Geschäft von der Fusionskontrolle genau geprüft wird.

Social-Media-Riese Facebook will den Dienst WhatsApp übernehmen.

Social-Media-Riese Facebook will den Dienst WhatsApp übernehmen.

In den USA fordern zwei Konsumentenschutz-Organisationen, den Verkauf des Kurzmitteilungsdienstes WhatsApp an Facebook auf Eis zu legen. Die für Konsumentenschutz und Fusionskontrolle zuständige Federal Trade Commission (FTC) müsse das Geschäft genau prüfen, fordern sie.

WhatsApp-Nutzer müssten davor geschützt werden, dass ihre Daten auf «unfaire und irreführende Weise» gesammelt würden, schreiben die beiden Organisationen in einer an die Behörde adressierten Klage.

Facebook könnte die Daten für Werbezwecke nutzen, heisst es weiter. WhatsApp habe aber seine Nutzer mit genau dem Argument gewonnen, die Daten nicht zu Werbezwecken zu verwenden.

Facebook hatte Mitte Februar den Kauf von WhatsApp für insgesamt 19 Mia. Dollar angekündigt – wobei ein Grossteil des Betrages nicht bar, sondern in Form von Facebook-Aktien bezahlt wird.

Bei den beiden Gruppen, die nun Beschwerde bei der FTC einlegten, handelt es sich um das Informationszentrum für elektronische Privatsphäre und das Zentrum für Digitale Demokratie. Sie berufen sich auf einen Blogeintrag von WhatsApp-Gründer Jan Kou. Dieser hatte 2009 versichert, dass WhatsApp «deine persönlichen Daten niemals an irgendjemanden verkaufen» werde.

Nach Einschätzung von Analysten muss Facebook den gigantischen Preis für WhatsApp auf irgendeine Weise aber wieder hereinholen – sei es durch neue Angebote für seine Nutzer oder indem es die Daten der WhatsApp-Nutzer zu Geld macht. (sda)

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