«Viele haben Impfung erhalten» - Wird die Schweizer Nati noch vor der EM gegen Corona geimpft?
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«Viele haben Impfung erhalten»Wird die Schweizer Nati noch vor der EM gegen Corona geimpft?

Schweizer Sportlerinnen und Sportler haben nun Zugang zur Corona-Impfung. Nati-Coach Vladimir Petkovic ist etwa schon geimpft, viele Nati-Stars aber noch nicht.

von
Florian Osterwalder
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Nati-Trainer Vladimir Petkovic hat die erste Impfung bereits bekommen. 

Nati-Trainer Vladimir Petkovic hat die erste Impfung bereits bekommen.

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Spieler die eine Corona-Infektion durchgemacht haben, wie Xherdan Shaqiri, bekommen sowieso nur eine Impfung.

Spieler die eine Corona-Infektion durchgemacht haben, wie Xherdan Shaqiri, bekommen sowieso nur eine Impfung.

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Bei unserem EM-Gegner Italien ist bereits seit Anfang Mai fast die komplette Mannschaft geimpft. 

Bei unserem EM-Gegner Italien ist bereits seit Anfang Mai fast die komplette Mannschaft geimpft.

REUTERS

Darum gehts

  • In weniger als einem Monat beginnt die Fussball-Europameisterschaft.

  • Viele Spieler der Schweizer Nationalmannschaft sind noch nicht gegen Corona geimpft.

  • Nati-Trainer Vladimir Petkovic hat bereits die erste Impfdosis bekommen.

  • Swiss Olympic vermeldet, dass die Athletinnen und Athleten sich für eine Impfung anmelden können.

In weniger als einem Monat beginnt die Fussball-Europameisterschaft, die eigentlich für 2020 geplant gewesen wäre. Doch wegen der Corona-Pandemie musste sie verschoben werden. Doch es wird keine normale EM werden, die in einem Land ausgetragen wird. Die Jubiläumsausgabe, zum 60-jährigen Bestehen des europäischen Fussballverband Uefa, geht in elf verschiedenen Ländern über die Bühne.

Das heisst, dass die Teams ständig am reisen sind. Das könnte eine grosse Herausforderung werden, sofern die Angst besteht, dass sich die Spieler anstecken und somit ganze Mannschaften in Quarantäne müssten. Helfen könnte eine Corona-Impfung. Denn wie Swiss Olympic bekannt gegeben hat, können sich Schweizer Sportlerinnen und Sportler nun impfen lassen. Dies, weil in den meisten Kantonen der Impfstoff für alle Personen freigegeben ist. Somit könnte sich auch die Schweizer Nati impfen lassen.

«Die Vorteile einer Impfung überwiegen für mich»

Einer, dem bereits die erste Impfdosis verabreicht wurde, ist Nati-Trainer Vladimir Petkovic. «Zuerst wurden die älteren Menschen und die Risikogruppen priorisiert bei der Impfung. Und das ist auch gut so. Wir Fussballer sind in der zweiten Reihe, was auch richtig ist», sagt Petkovic den AZ-Medien. Die Nationalmannschaft trifft sich zwei Wochen vor dem Turnier in Bad Ragaz, um sich dort auf die EM vorzubereiten. Der Nati-Trainer wird seine zweite Impfdosis voraussichtlich vor dem Vorbereitungscamp erhalten. Petkovic sagt: «Ganz ohne Risiko ist das natürlich nicht, wegen den Nebenwirkungen. Doch die Vorteile der Impfung überwiegen für mich.»

Doch wie sieht es mit dem Rest der Mannschaft aus? Schliesslich drängt die Zeit. Bei unserem Nachbarland und EM-Gegner Italien ist fast das komplette Team geimpft. Dort spielen die meisten Spieler aber auch in der heimischen Liga, somit ist das organisatorisch und logistisch kein Problem. Die meisten Schweizer spielen aber quer verteilt in europäischen Ligen. Das macht die Lage kompliziert. Ein weiterer Punkt ist, dass die Nati-Stars ein ziemlich stressiges Programm absolviert haben in den letzten Wochen. Die meisten von ihnen hatten und haben zwei Spiele pro Woche und somit keine Zeit, frühzeitig geimpft zu werden. Auch befinden sich die meisten Ligen noch in der heissen Phase der Saison. «Das Risiko, dass ein Spieler wegen Nebenwirkungen ausfällt, wollen die meisten Clubs nicht eingehen», so Petkovic.

Wer möchte, bekommt einen Impftermin

Heisst: Stand jetzt ist noch kaum ein Spieler der Nati geimpft. Wie sieht also das weitere Vorgehen aus? Ein mögliches Szenario könnte folgendermassen aussehen: Sobald die Nati-Stars in der Schweiz sind, wird jenen, die eine Impfung möchten, ein Termin organisiert. Dann würden sie mit der ersten Impfung an die EM fahren und eine zweite Dosis nach dem Turnier bekommen. Eine Impfpflicht für die Fussballer gibt es aber nicht.

Hinzu kommt: Es gibt Spieler in der Mannschaft, die bereits an Corona erkrankt sind. Shaqiri, Schär, Widmer, Mbabu, Edimilson, Fernandes und Seferovic etwa. Sie sind wohl bereits nach der ersten Impfung geschützt. Denn nach jetzigem Wissensstand ist das Risiko an Corona zu erkranken um 60 bis 70 Prozent kleiner, wenn man die erste Dosis bereits intus hat.

Geimpft zu Olympia in Tokio

Und was ist mit all den Sportlerinnen und Sportler, die die Schweiz bei Olympia vertreten? Anfang Mai gab Swiss Olympic bekannt, dass alle Athletinnen und Athleten, die potenziell die Chance haben, an den am 23. Juli beginnenden Olympischen Spielen in Tokio und den danach folgenden Paralympics teilzunehmen, bis zum 14. Mai Zeit haben, sich die 1. Dosis verabreichen zu lassen. Die 2. Dosis sei für Anfang Juni vorgesehen.

Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigte Alexander Wäfler, Leiter Medien und Information von Swiss Olympic, dass einige Sportler das Angebot angenommen haben. «Wir gehen davon aus, dass sich viele Sportlerinnen und Sportler für die Impfung angemeldet haben. Wer das genau ist, wissen wir aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes aber nicht», so Wäfler. Auch wie viele es seien, könne er nicht exakt sagen. Weiter erklärt Wäfler: «Wir gehen davon aus, dass alle die Impfung gut vertragen haben. Bei Fragen wenden sich die Olympioniken an ihre Vertrauensärzte, wir haben einfach dafür gesorgt, dass sie vom Angebot profitieren können.»

Und was meint Swiss Olympic zu den Stimmen in Japan, die abermals eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio fordern? «Wir verstehen die Bedenken, die es gibt bei der Bevölkerung in Japan. Stand jetzt gehen wir aber davon aus, dass Olympia über die Bühne gehen wird und nicht noch einmal verschoben wird», so Wäfler. Die Impfung sei ein Schutz für sich selber, aber auch für alle Menschen, die in Tokio sein werden. Für Swiss Olympic habe es oberste Priorität, dass die Spiele für alle Beteiligten so sicher wie möglich, durchgeführt werden können.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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