Wichtigste Antworten: Wird Donald Trump jetzt Präsident?

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Wichtigste AntwortenWird Donald Trump jetzt Präsident?

Donald Trump gibt sich siegessicher. Doch nicht nur Hillary Clinton steht dem Republikaner auf dem Weg ins Weisse Haus im Weg.

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mlr

Donald Trump triumphierte in Indiana über Ted Cruz. (Quelle: Reuters)

Nach den Vorwahlen in Indiana gilt Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur als so gut wie sicher. Der US-Republikaner sicherte sich den Bundesstaat im Mittelwesten – sein Rivale Ted Cruz gab auf. Auf seinem geplanten Weg ins Weisse Haus muss der New Yorker Immobilienmogul aber noch einige Hürden überwinden.

Wie ist der Stand nach den Vorwahlen in Indiana?

Donald Trump holte in Indiana 53,3 Prozent der Stimmen. Er kommt jetzt insgesamt auf 1047 Delegierte. Sein letzter verbliebener Rivale John Kasich hat nach aktuellem Stand lediglich 153 Delegierte hinter sich versammelt. Ans Aufgeben denkt Kasich zwar noch nicht. Bei den verbleibenden neun Vorwahlen der Republikaner im Mai und Juni sind noch 445 Delegiertenstimmen zu vergeben. Um als Präsidentschaftskandidat nominiert zu werden, muss Trump auf 1237 Delegierte kommen. Ihm fehlen also noch 190 Stimmen.

Was passiert am Parteitag?

Auf dem Parteitag vom 18. bis 21. Juli in Cleveland entscheiden die 2472 Delegierten der Republikaner, wen sie als ihren Kandidaten aufstellen. Normalerweise ist ein Nominierungsparteitag reine Formsache, da sich der Sieger bereits in den Vorwahlen herauskristallisiert. Sollte Trump wider Erwarten nicht auf die nötigen 1237 Delegierten kommen, bleibt seinen Gegnern aber theoretisch die Option, in einer Kampfabstimmung einen Gegenkandidaten durchzusetzen. Kommt es zu mehreren Wahlgängen, wären Trumps Delegierte nicht mehr an ihn gebunden und könnten das Lager wechseln. Nach dem Ausscheiden von Senator Ted Cruz aus dem Rennen gilt ein Kampfkongress aber als unwahrscheinlich.

In welcher Zwickmühle stecken die Republikaner?

Trump hat zwar eine klare Mehrheit der republikanischen Vorwähler für sich gewonnen. Doch viele eingeschriebene Parteigänger können sich nicht vorstellen, den New Yorker Baulöwen zu wählen. Nicht nur hat er in den vergangenen Jahren immer wieder Demokraten unterstützt. Trump teilt auch die konservative Grundanschauung nicht, wonach der Staat zurückgebunden werden müsse.

Es besteht die Gefahr, dass eine Trump-Nomination die konservative Stammwählerschaft vor den Kopf stösst. Umgekehrt könnte Trump womöglich enttäuschte Demokraten für sich gewinnen, wie das in den 1980er-Jahren Ronald Reagan gelang.

Über eine dritte Möglichkeit debattieren republikanische Trump-Gegner schliesslich am Mittwochabend: Sie prüfen die Option, im Herbst neben Trump einen weiteren Kandidaten aufzubieten. Die Chance, mit einer geteilten Partei im November zu siegen, wäre indes gering.

Wie sähe ein Trump-Clinton-Duell aus?

Frühe Prognosen sehen die mögliche demokratische Kandidatin Hillary Clinton bei der Präsidentschaftswahl am 8. November klar vor Donald Trump. Die «Huffington Post» wertete mehrere Umfragen aus. Demnach würden im Schnitt knapp 47 Prozent der Befragten Clinton ihre Stimme geben. Trump käme auf knapp 40 Prozent. Selbst Bernie Sanders als Kandidat der Demokraten würde Trump nach diesen Umfragen schlagen.

Gegen Trump spricht die grosse Erfahrung Hillary Clintons als Politikerin. Sie ist kampferprobt und weiss eine breitere Klientel hinter sich als Trumps republikanische Konkurrenten, wie die «Washington Post» schreibt. Clinton hat jedoch in der breiteren Öffentlichkeit auch ein sehr schlechtes Image. Ihre Negativwerte betragen nach einer neuen CNN-Umfrage 49 Prozent, jene von Trump 57 Prozent.

Siegen könnte daher am Ende, wer den Gegner am erfolgreichsten noch schlechter macht.

(mlr/sda)

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