Super League: «Wird eine Operetten-Liga» – Fans wollen Revolution stoppen
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Playoffs für die Super League«Wird eine Operetten-Liga» – Fans wollen Mega-Revolution stoppen

Vor der Abstimmung der SFL am 20. Mai gehen Fans diverser Vereine auf die Barrikaden. Mit einer Online-Petition sammeln sie Unterschriften vor allem gegen die Einführung von Playoffs.

von
Nils Hänggi
Silvan Haenni

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Darum gehts

Der grosse Showdown ist am 20. Mai. Dann entscheidet sich, ob es im Schweizer Fussball zur Mega-Revolution kommt – oder doch alles beim Alten bleibt. Schon zehn Tage vor der Abstimmung durch die Clubs der Super League und Challenge League ist klar: Es wird spannend werden. Wie 20 Minuten weiss, haben sich bisher einzig der FC Zürich, YB und der FC Luzern öffentlich gegen den Vorschlag ausgesprochen, der von den Schweizer Clubs selbst vorgebracht worden war. 

«Ich bin grundsätzlich gegen die Einführung von Playoffs im Fussball», sagt FCZ-Boss Ancillo Canepa. Er halte dies für sportlich unfair. «Wer über die gesamte Saison am meisten Punkte erspielt hat, soll auch Meister werden», so Canepa. Luzern-Präsident Stefan Wolf meint auf Anfrage von 20 Minuten:  «Es soll eine ganze Meisterschaft zählen. Für ein K.-o.-System haben wir bereits den Schweizer Cup.» Luzern ist für zwei Sechser-Gruppen ohne abschliessende Playoffs – sollte die Aufstockung auf zwölf Teams durchkommen. Und Wolf sagt radikal: «Lieber sogar keine Aufstockung, wenn es dafür keine Playoffs gibt.»

Basel hingegen spricht sich für die Pläne aus: «Der FC Basel begrüsst grundsätzlich eine Aufstockung der Liga und auch parallel dazu geführte Modus-Diskussionen, die den Schweizer Fussball attraktiver, spannender und im internationalen Vergleich innovativer gestalten könnten.»

Stossen Fans die Reform um?

Während auch bei den übrigen Clubs bisweilen von Zustimmung auszugehen ist, ist der Tenor bei den meisten Fan-Kurven derselbe: Die eingefleischten Anhängerinnen und Anhänger sind grösstenteils dagegen. «Eine attraktivere Liga für wen? Ein weiteres Mal an der Basis vorbeigeplant», heisst es etwa auf einem Plakat der FCL-Fans. Die St. Galler proklamieren: «Mit Reformen brillieren wollen – dabei geht es nur ums Geld abkassieren.» Und wiederum andere formierten Widerstand in Form einer Petition weit über die eigenen Clubgrenzen hinaus.

Auf der Plattform «OpenPetition.ch» werden unter dem Titel «Keine Playoffs im Schweizer Fussball» mittlerweile fleissig Unterschriften gegen die Reform gesammelt. Die Initiantinnen und Initianten begründen: «Es soll der Club Schweizer Meister werden, der am Ende am meisten Punkte geholt hat.» Und: «Spiele während der Saison verlieren an Spannung und Wichtigkeit.» Ebenso würde in jeder ernstzunehmenden Liga Europas im klassischen Meisterschaftsmodus gespielt.

Bereits über 2000 Unterschriften

Im Petitionstext heisst es: «Für uns Fussballfans ist klar, dass Playoffs kein einziges Problem lösen. Im Gegenzug nimmt man in Kauf, eine Operetten-Liga zu schaffen, die international komplett an Relevanz verlieren wird.» Hinzu komme, dass der Vorschlag bei den Fans aller Clubs auf breite Ablehnung stosse. Unterschrieben haben die Petition bereits mehr als 2300 Menschen. Egal, wieviele letztendlich unterzeichnen, es bleibt die Frage nach dem Nutzen. Kann die Petition genug Druck auf die Clubs erzeugen?

Schliesslich müssten die Fans noch einige Clubs umstimmen können. So oder so, die Liga selbst schätzt den öffentlichen Diskurs: «Die SFL begrüsst, dass sich die Fans aktiv mit den Vorschlägen befassen und diese auch kontrovers diskutieren.» Reform-Gegner und FCZ-Präsident Ancillo Canepa versteht derweil gegenüber 20 Minuten den Unmut der Fans: «Natürlich! Weil auch sie den Fussball primär als Sport und nicht als Operette betrachten.»

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