Nach Abfuhr: Wird Energy Zürich zum Piratensender?
Aktualisiert

Nach AbfuhrWird Energy Zürich zum Piratensender?

Energy Zürich kämpft mit allen Mitteln gegen das Aus – und wird dabei von Hörern und Politikern unterstützt.

von
Marco Lüssi

Solidaritätswelle für Radio Energy: Hörer und Politiker können den Entscheid des Bundes, der Zürcher Privatradiostation keine Konzes­sion mehr zu erteilen, nicht verstehen. «Wir haben seither 5000 aufmunternde Mails erhalten», sagt Energy-Zürich-Geschäftsführer Dani Büchi. «Hörer haben uns sogar Kuchen und Schoggi­stängeli vorbeigebracht, um uns zu trösten.»

Mittlerweile habe man den Schock verdaut und mache weiter Radio wie zuvor, sagt Büchi. Bei Energy Zürich will man nun versuchen, auf juristischem Weg doch noch zu einer Konzession zu kommen. Falls dies nicht klappt, erwägt man gar, als Piratenradio aus Frankreich in die Schweiz zu senden, wie die «SonntagsZeitung» berichtete. In Frankreich befindet sich der Sitz der NRJ Group – dem grössten Radiounternehmen Europas gehören 49 Prozent von Energy Zürich. Laut Büchi steht die Piraten-Idee jedoch nicht im Vordergrund: «Wir hoffen weiter auf eine Konzession.»

Auch Politiker aus allen Lagern setzen sich für Energy ein: Die Aktion Medienfreiheit von FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger fordert ebenso wie die SP des Kantons Zürich, dass für Zürich eine vierte Konzession vergeben wird. So könnte Energy neben Radio 1, Radio 24 und Radio Zürisee weiterbestehen.

Facebook-Gruppen für Energy

Als Piratensender würde Energy Zürich auf den Spuren von Radio-1- und Radio-24-Gründer Roger Schawinski wandeln: Radio 24 sendete ab 1979 aus Italien nach Zürich, bis Privatradios im Jahr 1983 in der Schweiz erlaubt wurden. Zur Unterstützung von Radio 24 hatte es vorher Massendemonstrationen gegeben. Energy Zürich mobilisiert dagegen im Internet: So fordern zahlreiche Facebook-Gruppen eine Konzession für den Sender.

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