Leben in Herzog-de-Meuron-Haus: «Wird es kalt oder stürmisch, sitzen wir tagelang im Dunkeln»
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Leben in Herzog-de-Meuron-Haus«Wird es kalt oder stürmisch, sitzen wir tagelang im Dunkeln»

Ein Studenten-Paar aus Basel zog im Frühjahr 2019 in das Meret-Oppenheim-Hochhaus von Herzog und de Meuron am Bahnhof SBB. Nach dem Einzug erlebte es jedoch eine Enttäuschung nach der anderen.

von
Alexia Mohanadas
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Im Frühjahr 2019 zog  Sarah M.* mit ihrem Partner ins Meret Oppenheim-Hochhaus. Mit dem Einzug haben sie sich ein lang ersehnten Wunsch erfüllt.

Im Frühjahr 2019 zog Sarah M.* mit ihrem Partner ins Meret Oppenheim-Hochhaus. Mit dem Einzug haben sie sich ein lang ersehnten Wunsch erfüllt.

Architektur Basel
Doch seit dem Einzug ist das Paar mit ständigen Enttäuschungen konfrontiert. Erstmal gab es ewige Mangelerhebungen in der Wohnung.

Doch seit dem Einzug ist das Paar mit ständigen Enttäuschungen konfrontiert. Erstmal gab es ewige Mangelerhebungen in der Wohnung.

20 Minuten
Damit aber nicht genug: Um das Hochhaus vor Tauben zu schützen wurden Gitter-Türen auf dem Balkon und Drähte auf dem Gelände angebracht. Gemütlichkeit war da fehl am Platz.

Damit aber nicht genug: Um das Hochhaus vor Tauben zu schützen wurden Gitter-Türen auf dem Balkon und Drähte auf dem Gelände angebracht. Gemütlichkeit war da fehl am Platz.

Architektur Basel

Darum gehts

  • Im Frühjahr 2019 zog Sarah M.* mit ihrem Partner ins Meret Oppenheim-Hochhaus.

  • Seit dem Einzug hat Paar mit ständigen Problemen im Hochhaus zu tun.

  • Schlussendlich ist es soweit, dass das Studenten-Paar diesen Sommer auszieht.

Sarah M.* aus Basel ist sauer. Seit Frühjahr 2019 wohnt die Studentin mit ihrem Partner im Meret-Oppenheim-Hochhaus. Was eigentlich eine Prestige-Adresse sein sollte, soll für das Paar zum Albtraum geworden sein, wenn man einem Beitrag von «Architektur Basel» folgt. Schon der Titel «Grüsse aus dem Hochsicherheitstrakt» lässt darauf schliessen, was folgt.

Laut M. beginnen die Probleme schon den Fensterläden des High-Tech-Baus. So würden sich bei Kälte oder Sturm automatisch Shutter vor den Fenstern schliessen. Leider können die Bewohner sie nicht manuell wieder öffnen und sitzen danach «tagelang im Dunkeln», wie es im Artikel heisst. Das sei besonders in Zeiten von Homeoffice eine Belastung.

Ist die Lösung schlimmer als das Problem?

M. zeigt sich ebenfalls verärgert über den Kampf der Verwaltung gegen das Taubenproblem, das das Hochhaus offenbar plagt. Um der lokalen Vogelpopulation das Nisten zu erschweren, seien Gittertüren auf den knapp bemessenen Balkons montiert und «gefängnisartige Drähte» über die Geländer gespannt worden.

Zudem nervt sich M. über das Verhalten anderer Mietparteien. Es gebe Personen, die Zigaretten, Asche und andere Sachen aus den Fenstern des Hochhauses werfen würden. Das sei ihr sehr unangenehm. Am Ende habe sich das Paar entschlossen, kommenden Sommer auszuziehen.

Das sagt die Eigentümerin

20 Minuten fragte bei der SBB, der Eigentümerin des Hochhauses, nach. «Die Shutter sind sowohl individuell durch den Mieter als auch automatisch durch eine Wetterstation steuerbar. Bei extremen Wetterverhältnissen werden die Shutter durch die Wetterstation aus Sicherheitsgründen aber automatisch geschlossen», antwortet Sprecher Daniele Pallecchi. Dabei gehe es vor allem um den Schutz von Personen. Denn beim Schliessen der Shutter könne Eis, das sich gebildet hat, nach unten fallen.

Zu den Gittertüren und Drähten auf den Balkonen, an welchen sich M. stört, erklärt Pallecchi, dass auf diese Weise der Schmutz der Tauben verhindert werden soll, den sie beim Verweilen hinterlassen. Der Schmutz sei schädigend für das Gebäude. «Die Planung erfolgte in enger Absprache mit den Behörden und Architekten, so dass sich die Schutzmassnahmen angemessen in die Gebäudeoptik einfügen», so Pallecchi. Dabei sei festgestellt worden, dass die angestrebte Wirkung erreicht wurde. Deshalb hat sich die SBB entschieden, eine Gesamtausstattung des Gebäudes zu realisieren.

Pallecchi bestätigte zudem, dass es vereinzelte Meldungen von Mietern gab, die sich über fallende Zigarettenstummel und Asche beklagten. «Als Massnahme haben wir zwei Mieterinformationen versendet. Seither hat die SBB keine solchen Meldungen mehr erhalten.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Fragen zu Miete oder Vermietung?

Hier findest du Hilfe:

Mieterverband, Tel. 0900 900800 (kostenpflichtig)

Mieterschutzverband, Tel. 0900 48 48 48 (kostenpflichtig)

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