Trinkgelage: Wird Flatrate-Saufen in Basel bald verboten?
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TrinkgelageWird Flatrate-Saufen in Basel bald verboten?

Einmal zahlen - den ganzen Abend trinken. Ein Flatrate-Trinkspiel der Basler «Balz Bar» erhitzt nun die Gemüter.

von
hl
Trinken im KO-Modus am vergangenen Donnerstag in der Basler Balz Bar: Beim Bierpong wird gebechert, bis der Gegner aufgibt.

Trinken im KO-Modus am vergangenen Donnerstag in der Basler Balz Bar: Beim Bierpong wird gebechert, bis der Gegner aufgibt.

Mit einem «Bierpong»-Turnier warb die Balz Bar letzten Donnerstag um trinkfreudige Gäste. Für zehn Franken pro Mannschaft konnten die Teilnehmer rund zwei Stunden lang Bier trinken bis zum Umfallen. «Wenn es Sauf-Aktionen mit Bier gibt, dann ist das halt so», sagt Marc Keller, Sprecher des Gastgewerbeinspektorats. Anders als in Bern, wo 2008 ein entsprechendes Gesetz erlassen wurde, sind solche Flatratepartys in Basel legal, erklärt Keller: «Solange die geltenden Gesetze wie der Jugendschutz und das Abgabeverbot an Betrunkene eingehalten werden, sind solche Flatrate-Partys bei uns nicht verboten.»

Dieter Huber, Geschäftsführer vom Blauen Kreuz Basel Stadt und Baselland, stösst dies sauer auf: «Das ist eine Lockvogeltaktik und aus suchtpräventiver Sicht äusserst daneben.» Er gibt zu bedenken: «Wird ein solches Trinkverhalten zur regelmässigen Praxis, fördert das stark die Alkoholsucht.»

Grossrätin reicht Interpellation ein

Die Zahl der jugendlichen Alkoholiker macht auch EVP-Grossrätin Annemarie Pfeifer grosse Sorgen: «Ich finde es äusserst bedenklich, dass so etwas bei uns überhaupt möglich ist.» Pfeifer findet es wichtig, Grenzen zu setzen und ein Gesetz à la Bern einzuführen: «Ich werde in den kommenden Wochen eine entsprechende Interpellation einreichen.» Die Betreiber der «Balz Bar» waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (hl/20 Minuten)

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