Aktualisiert 11.03.2020 16:35

Strafmass verkündet

Harvey Weinstein muss 23 Jahre ins Gefängnis

Rund zwei Wochen nachdem die Geschworenen Harvey Weinstein für schuldig befunden hatten, wurde am Mittwoch das Strafmass verkündet. Er bleibt in Haft, bis er 90 Jahre alt sein wird.

von
fim/sda
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Der Prozess um Harvey Weinstein gilt als Meilenstein der #MeToo-Ära.

Der Prozess um Harvey Weinstein gilt als Meilenstein der #MeToo-Ära.

Getty Images/Stephanie Keith
Am 6. Februar 2020 hatte die Staatsanwaltschaft die Befragung ihrer Zeugen in dem Prozess abgeschlossen.

Am 6. Februar 2020 hatte die Staatsanwaltschaft die Befragung ihrer Zeugen in dem Prozess abgeschlossen.

Jane Rosenberg
Die Verteidigung des 67-Jährigen wird vor dem New Yorker Gericht eigene Zeugen und Beweisstücke zur Entlastung Weinsteins präsentieren.

Die Verteidigung des 67-Jährigen wird vor dem New Yorker Gericht eigene Zeugen und Beweisstücke zur Entlastung Weinsteins präsentieren.

Jeenah Moon

Der frühere Hollywoodproduzent Harvey Weinstein ist wegen Sexualverbrechen zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Richter James Burke verkündete das Strafmass am Mittwoch in New York.

Zurzeit ist er im berüchtigten Gefängnis Rikers Island inhaftiert auf einer Insel zwischen den New Yorker Stadtteilen Bronx und Queens. Dort teilt sich Harvey Weinstein gemäss TMZ.com mit einem oder zwei weiteren Insassen eine Zelle.

Weinstein ist gesundheitlich angeschlagen – und der Gefängnisalltag setzt ihm zu. Gegenüber CNN erklärte sein Sprecher am Dienstag, dass er gestürzt sei und «sein Kopf hämmere». Eine Diagnose stehe noch aus.

Nach dem Urteil im Spital

Der gefallene Filmproduzent ist nach einem Unfall nicht mehr gut zu Fuss. In Haft habe er keine Gehhilfe zur Verfügung, schreibt CNN.

Schon nach der Urteilsverkündung hatte Weinstein über Schmerzen in der Brust geklagt. Er wurde direkt in ein Spital gebracht.

«Jennifer Aniston sollte getötet werden»

Kurz vor Verkündung des Strafmasses kamen weitere erschütternde Details aus den Untersuchungen zutage. Über 1000 E-Mails und Dokumente wurden öffentlich gemacht.

So wurde bekannt, dass Weinstein im Oktober 2017 in einem E-Mail an seinen Sprecher schrieb: «Jennifer Aniston sollte getötet werden.» Dies schrieb er gemäss Vanityfair.com, nachdem er ein Gerücht aufgeschnappt hatte, wonach Aniston ihm vorwarf, sie begrapscht zu haben. Anistons Sprecher dementierte dies gegenüber der «New York Times»: «Er ist ihr nie so nahe gekommen, dass er sie hätte anfassen können.»

Zudem wird deutlich, wie er sich mit seinem Produzenten-Bruder Bob (65) verworfen hatte. «Ich hoffe, es gibt eine richtige Hölle. Da gehörst du hin», schrieb ihm dieser.

Verurteilt wegen Vergewaltigung

Am 24. Februar hatte ihn die Jury schuldig gesprochen. Weinstein war von einem Geschworenengericht der Vergewaltigung und schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen worden.

Mehr als 80 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen, haben Weinstein sexuelle Belästigung und Gewalt vorgeworfen. Beim Verfahren in New York ging es aber nur um zwei Fälle: Weinstein wurde zur Last gelegt, 2006 einer Produktionsassistentin Oralsex aufgezwungen und 2013 eine Jungschauspielerin vergewaltigt zu haben.

Der 67-Jährige hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und von einvernehmlichen sexuellen Beziehungen gesprochen.

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