Medienkonferenz – «Erwarten Verdoppelung der Fallzahlen im Zweiwochen-Takt»

Medienkonferenz«Erwarten Verdoppelung der Fallzahlen im Zweiwochen-Takt»

Am Dienstag steht eine Pressekonferenz mit Vertreterinnen und Vertretern von Swissmedic, dem BAG, EKIF und der Covid-Task-Force an. 20 Minuten berichtet live.

von
Newsdesk

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Dienstag, 26.10.2021

Zusammenfassung

Die sogenannte Booster oder auch Drittimpfung ist in der Schweiz zugelassen. Dies hat die Heilmittelbehörde Swissmedic entschieden. In der Point de Presse vom 26. Oktober informierten die Expertinnen und Experten über die Zulassung und die Empfehlung ab 65 Jahren. Auch stellten sie sich den Fragen der Journalistinnen und Journalisten:

  • Die Empfehlung für die Booster-Impfung gilt für Personen ab 65 Jahren.

  • Wer jünger ist, sich aber eine Drittimpfung wünscht, kann diese nach Absprache mit dem Arzt trotzdem bekommen.

  • Das Gesundheitspersonal gehöre nicht zu den besonders gefährdeten Personen.

  • Mit den Drittimpfungen werden die Kantone voraussichtlich Mitte November beginnen.

  • Die Empfehlung gilt darum für Personen über 65 Jahren, weil der Impfschutz bei älteren Personen abnimmt.

Wichtig ist, laut Mathys, aber insbesondere die Ungeimpften zu impfen. Das BAG informierte auch über die Gültigkeitsdauer der Covid-Zertifikate. Diese behalten ihr Gültigkeitsdatum, auch mit einer dritten Impfung, bei. Der Timer werde daher «nicht zurückgestellt», sagt Mathys.

Frau Tanja Stadler, Präsidentin, National COVID-19 Science Task Force gibt zu bedenken: «Man kann nicht alles haben.» Damit spricht sie darauf an, dass sich alle gelockerte Massnahmen wünschten. Dazu müsste aber der Impffortschritt weiter vorangehen.

Täglich werden im Schnitt noch 22'000 bis 23'000 Tests durchgeführt und die Infektionszahlen steigen. Gemäss dem BAG bleibt die Lage also weiterhin angespannt.

Die Medienkonferenz ist beendet

In Kürze folgt eine Zusammenfassung der Point de Presse.

Wann gibt es die Booster-Impfung?

Man gehe davon aus, dass die Kantone ab Mitte November mit den Drittimpfungen beginnen werden.

Werden Impfdurchbrüche zu wenige erfasst?

Man gehe davon aus, dass viele geimpfte Personen zwar erkrankten, jedoch unter keinem schweren Verlauf gelitten haben. Also auch nicht hospitalisiert werden mussten und eine Erkrankung vielleicht gar nicht gemeldet hätten, sagt Patrick Mathys. Darum sei es nicht möglich, dazu eine zuverlässige Zahl zu nennen. Aus diesem Grund würden die Impfdurchbrüche bei Hospitalisierungen und Todesfällen analysiert. Wie bei Ungeimpften auch.

Ist die Drittimpfung ausschlaggebend?

«Der Game-Changer ist nicht die Auffrischungsimpfung sondern die Impfung per se», sagt Patrick Mathys. Es gehe in der Empfehlung um Personen über 80, bei denen der Impfschutz abnehme. Deshalb gibt es für die breite Bevölkerung noch keine Empfehlung, sondern nur für Menschen über 65 Jahren.

Wird die Gültigkeit der Zertifikate angepasst?

Mit der Booster-Impfung werde die Dauer der Gültigkeit der Zertifikate nicht verlängert, sagt Mathys. Der Timer laufe quasi weiter.

Wie es weitergeht, wenn das Zertifikat auslaufe, müsse entschieden werden, wenn es soweit ist. Die Dauer der Gültigkeit könne angepasst werden, wenn der Impfschutz länger als 12 Monate bestehe, wonach es im Moment aussehe. Definitiv entschieden würde dies aber zu einem späteren Zeitpunkt.

Warum kommt der Booster so spät?

Es seien verschiedene Punkte, warum andere Länder die Drittimpfung schneller zugelassen hätten. «Wir sind politisch unabhängig», sagt Bolte dazu. Er verweist damit darauf, dass in anderen Ländern auch die Politik Druck auf die Entscheide im Gesundheitswesen ausübe. Dies sei in der Schweiz nicht so.

Wie wird die Altersgrenze festgesetzt?

Man müsse irgendwo eine Grenze ziehen, was das Alter angeht. Es könne Menschen geben, die mit 62 schon eine Drittimpfung erhalten sollten und jemand, der mit 80 Jahren noch top fit sei. Das müsse immer individuell behandelt werden. Generell gilt aber die Altersempfehlung von 65 Jahren.

Die Fragerunde beginnt

Journalistinnen und Journalisten dürfen jetzt ihre Fragen stellen.

Für wen kommt die Auffrischungsimpfung?

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen, EKIF, empfiehlt die Auffrischimpfung für Personen über 65 Jahren, informiert Christoph Berger. «Die Impfung wirkt exzellent», sagt Berger. Bei älteren Personen sei aber eine Abnahme des Impfschutzes festzustellen. Darum werde die Auffrischung vorerst nur für ältere Personen empfohlen.

Das Gesundheitspersonal gehöre nicht zu den besonders gefährdeten Personen. Eine entsprechende Empfehlung werde dann folgen, wenn entsprechende Daten vorhanden seien.

Ab sechs Monate nach der vollständige Impfung mit Pfizer/Biontech wird eine Drittimpfung mit demselben Impfstoff empfohlen. Dasselbe gilt für Moderna. Für die dritte Impfung mit Moderna werde aber nur die Hälfte der Impfdosis verimpft.

Für die Allgemeinheit sei eine Auffrischungsimpfung nicht zu empfehlen. Wichtiger sei es jetzt, noch Ungeimpfte zu impfen.

Booster Impfung

Claus Bolte von Swissmedic informiert über die Drittimpfung und die Inhaberinnen der Zulassung für die Booster-Impfung. Einen hundertprozentigen Schutz sei weder mit zweifacher noch dreifacher Impfung gewährleistet. Ein Schutz von bis zu 90 Prozent sei aber sehr gut. Die Booster-Impfung sei, neben gefährdeten Senioren, auch für Personen ab 12 Jahren möglich, die zur Risikogruppe gehören, möglich.

Hospitalisierungen steigen

Frau Stadler ergreift das Wort. Momentan werde mit einer Verdoppelung der Fallzahlen im Zweiwochen-Takt erwartet. Der Wunsch nach weniger Massnahmen steige, die Impfbereitschaft nehme ab, sagt Stadler. «Wir alle möchten so wenig Massnahmen wie möglich», sagt Stadler. Die Massnahmen könnten aber erst aufgehoben werden, wenn noch mehr Menschen geimpft sind.

Auch die Hospitalisierungen aufgrund einer Covid-19-Erkrankung nehmen weiter zu. Wenn sich nicht noch mehr Personen impfen lassen, geht die Taskforce-Chefin davon aus, dass mit noch mehr Spitaleinweisungen zu rechnen ist.

Besonders ältere und gefährdete Personen könnten mit einer Auffrischungsimpfung besser geschützt werden. 10'000 bis 20'000 Spitaleinweisungen bei Senioren könnten, mit einer Drittimpfung, verhindert werden.

Durchgeführte Tests

«Das Testvolumen bewegt sich bei 22'0000 bis 23'000 Tests pro Tag», sagt Mathys. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Ansteckungen mit Covid-19 weiter zunehmen werden: «Die Situation bleibt angespannt», so der Experte. Nur in zwei Kantonen sei die Reproduktionszahlen noch unter der Zahl 1. Die Impfgeschwindigkeit habe abgenommen.

Patrick Mathys fasst die Lage zusammen

Habe sich die Lage in den letzten Wochen erst etwas verbessert, nehmen die Zahlen an Infektionen jetzt wieder zu, sagt Mathys. Die höchsten Inzidenzen fänden sich immer noch bei der jungen, mobilen Bevölkerung in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen.

Die Medienkonferenz beginnt

Die Expertinnen und Experten werden vorgestellt. Patrick Mathys spricht als Erster.

Expertinnen und Experten

An der Point de Presse vom 26. Oktober nehmen folgende Fachleute teil:

  • Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit BAG

  • Claus Bolte, Leiter Bereich Zulassung, Swissmedic

  • Christoph Berger, Präsident, Eidgenössische Kommission für Impffragen EKIF

  • Tanja Stadler, Präsidentin, National COVID-19 Science Task Force

Die Booster-Impfung kommt

Ab Mitte November gibt es die Booster-Impfung für ältere Menschen.

In einer Medienmitteilung schreibt admin.ch: «Die in der Schweiz eingesetzten Covid-19-Impfstoffe sind äusserst wirksam und schützen gut vor schwerer Erkrankung und Hospitalisation. Der Schutz kann indes bei älteren Menschen im Laufe der Zeit etwas abnehmen. Um sie weiterhin bestmöglich vor einer schweren Erkrankung zu schützen, empfehlen das Bundesamt für Gesundheit BAG und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) Personen über 65 Jahren eine Auffrischimpfung. Dies im Einklang mit dem Zulassungsentscheid der Heilmittelbehörde Swissmedic.»

Weiter steht in der Mitteilung, dass für die breite Bevölkerung eine Auffrischung aufgrund der aktuellen Datenlage derzeit nicht zugelassen und auch nicht zu empfehlen sei.

Booster schon zugelassen

Die Booster-Impfungen von den Firmen Biontech/Pfizer und Moderna sind in den USA schon seit Ende August respektive Anfang September zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Booster Anfang Oktober zugelassen. Aber nur den von Pfizer/Biontech, diesen jedoch für alle über 18-Jährigen. Die Zulassung für Moderna steht noch aus.

Kommt die Booster Impfung?

Nach einiger Verzögerung, die nicht restlos nachvollzogen werden kann, sieht es nun ganz danach aus, als ob Swissmedic die Zulassung heute Dienstag erteilt, wie Watson schreibt. Swissmedic-Mediensprecher Lukas Jaggi sagt: «Wir werden in Kürze über einen ersten Entscheid verfügen.»

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