USA gegen Wikileaks: Wird Julian Assange doch nicht angeklagt?

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USA gegen WikileaksWird Julian Assange doch nicht angeklagt?

Die US-Justiz wird Wikileaks-Gründer Julian Assange vermutlich nicht wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente anklagen – denn sonst müsste sie auch gegen die Medien vorgehen.

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Bellende Hunde beissen nicht: Laut einem Bericht der «Washington Post» wird das Justizministerium auf eine Anklage gegen Gründer Julian Assange wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente verzichten. Eine endgültige Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen, doch gut informierte Quellen wissen: Geht die Regierung gegen Wikileaks vor, müsste sie sich auch alle US-Medien vornehmen.

Sprecher Matthew Miller bestätigt gegenüber der «Washington Post», dass sich das US-Justizministerium in einem Dilemma befindet. «Es ist unmöglich, ihn anzuklagen ohne dieselbe Annahme auf Journalisten anzuwenden.» Anders ausgedrückt: Wenn die Justiz Journalisten nicht für die Veröffentlichung geheimer Information anklagt, dann gibt es auch keinen Grund, Assange anzuklagen.

Assange sitzt immer noch in London fest

Wikileaks hatte von 2010 bis 2011 zehntausende vertrauliche Depeschen des US-Aussenministeriums veröffentlicht. Die Veröffentlichung der Papiere unter anderem über die Kriege im Irak und in Afghanistan hatte weltweit für Wirbel gesorgt. Als Quelle der Dokumente wurde Chelsea (vorher: Bradley) Manning im Sommer zu 35 Jahren Haft verurteilt.

Assange sitzt in der Londoner Botschaft von Ecuador fest. Er will einer Auslieferung nach Schweden entgehen, wo ihm sexuelle Vergehen vorgeworfen werden. Assange betont, er befürchte, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden.

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