Wie einst bei YB: Wird Oldie Zibung wieder die Nummer 1 beim FCL?
Publiziert

Wie einst bei YBWird Oldie Zibung wieder die Nummer 1 beim FCL?

Die Trainerfrage ist bei den Innerschweizern nicht die einzige, die beantwortet werden muss. Doch Druck verspürt man bei Luzern keinen.

von
E. Tedesco
Luzern

Trainer weg. Goalie weg: Der FCL hätte sich einen besseren Start in die neue Saison gewünscht. Sportchef Remo Meyer und Captain Claudio Lustenberger geben Antworten auf offene Fragen. (Video: 20 Minuten)

Der Auftakt der Zentralschweizer nach der Sommerpause verläuft unter keinen guten Bedingungen. Der Pilatus versteckt sich hinter einer grauen Wolkendecke. Es giesst wie aus Kübeln. Die Plätze sind aufgeweicht. Deshalb musste das erste Training nach der Sommerpause auf Kunstrasen stattfinden. Aber das nur so nebenbei, denn es ist nicht der Dauerregen, der den Start der Zentralschweizer in die neue Saison trübt. Vielmehr sind es die Dauer-Hiobsbotschaften aus Sicht der Fans: Trainer weg. Spielmacher weg. Goalie weg.

«Kaum gibt man ihm eine Chance, ist er weg», sagt ein Pensionist kopfschüttelnd am Rand des Trainingsplatzes. Der Mann kann nicht verstehen, dass eine Nummer 1 beim FCL, der die letzte Saison immerhin als Dritter beendete, als Ersatzgoalie nach Basel geht. Während er das sagt, absolvieren im Hintergrund drei Goalies ein separates Programm: David Zibung, Simon Enzler und U21-Keeper Fabio Zizzi. Wird Oldie David Zibung, der im Februar 2017 dem jungen Omlin Platz machen musste, wieder die Nummer 1? Was bei YB mit Marco Wölfli zum Märchen wurde, kann auch in Luzern funktionieren.

«Wir werden sicher einen neuen Goalie holen», sagt Remo Meyer, «aber Vorrang hat die Position des Cheftrainers, mit dem ich Personalien absprechen möchte.» Auch deshalb beteiligt sich der FCL-Sportchef nicht an Spekulationen wie jener, dass der Deal mit dem FCB beinhalte, Djordje Nikolic leihweise in der Zentralschweiz zu parkieren. Der 21-jährige Serbe ist derzeit an den FC Thun ausgeliehen.

Das neue Reizwort in Luzern

«Fussballer sind alle gleich – rennen nur dem Geld nach», sagt der Kollege des älteren Herren zu 20 Minuten. Das neue Reizwort in Zusammenhang mit «geldgierig» bei der hitzigen Diskussion unter triefend nassen Regenschirmen lautet: Gerardo Seoane. Man habe Seoane stets den Rücken gestärkt, ihm sein unschönes Karriereende verziehen und eine Chance als Super-League-Trainer gegeben. Aber Undank sei halt der Welten Lohn, murmeln die beiden Senioren.

Ein neuer Cheftrainer ist noch nicht gefunden. Zum Start und bis auf weiteres leiten Michel Renggli, Michael Silberbauer, Christian Schmidt und Lorenzo Bucchi das Training. «Wechsel gehören im Fussball dazu, auch wenn ich es persönlich gern gesehen hätte, wenn diese Leute geblieben wären», sagt Claudio Lustenberger. «Aber wenn Luzerner so begehrt sind, dann zeigt das doch auch, dass wir hier gut gearbeitet haben, und deshalb können auch wir stolz sein, diesen Leuten diese Möglichkeit eröffnet zu haben.»

Ohne einen Cheftrainer in die Vorbereitung zu starten, sei weder für den Captain noch für die Mannschaft ein Problem. «Natürlich wären wir froh, wenn wir bald Klarheit hätten, und wir wissen, wer der neue Chef sein wird», so Lustenberger weiter. «In der Vorbereitung geht es in den ersten Tagen nur ums Schleifen der Körper, und deshalb ist es nicht schlimm, wenn der neue Chef noch nicht da ist. Für uns fängt halt nun ein neues Kapitel an.»

Deine Meinung