Aktualisiert 27.10.2009 06:25

Nach Verbannung zu den JuniorenWird Sbisa nach Europa zurückkehren?

NHL-Verteidiger Luca Sbisa wurde von den Anaheim Ducks ins Juniorenteam zurückgeschickt. Nun stellt sich eine Frage: Könnte der Zuger auch nach Europa zurückkehren? Sein Agent Andy Rufener arbeitet intensiv auch an dieser Option und hat von Anaheim grünes Licht für entsprechende Verhandlungen bekommen.

von
Klaus Zaugg

Grundsätzlich muss Sbisa zu seinem letzten Juniorenteam (den Lethbridge Hurricanes) zurückkehren. Und von dort kann er frühestens nach dem Ausscheiden der Hurrcanes aus der Meisterschaft wieder in die NHL zurück. Eine andere Möglichkeit lassen die gängigen Reglemente nicht zu. Damit sind die Chancen auf weitere NHL-Einsätze in dieser Saison bloss noch theoretischer Natur.

Für Sbisas Entwicklung wäre ein Transfer nach Europa (beispielsweise nach Schweden) möglicherweise besser als eine Saison bei den Junioren. Während der Nationalmannschaftspause geht in der Schwedischen Liga das Transferfenster wieder auf. Sbisas Agent Andy Rufener bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten Online, dass er diese Option abklärt.

Sbisa: Lottosechser für die Hurricanes

Das Problem: Es wäre ein kompliziertes Dreiecks-Geschäfts: Erstens müsste Anaheim das Okay geben. Dieses Problem ist lösbar. Wie Rufener Online erklärte, ist die Chance gross, dass Anaheims Manager Bob Murray einem Transfer nach Europa zustimmen würde. Er hat Rufener jendenfalls grünes Licht für entsprechende Verhandlungen gegeben. Aber auch Lethbridge muss einverstanden sein. Denn dieses Juniorenteam hält die Juniorenrechte an Sbisa und die Rückkehr des NHL-Verteidigers ist ein Lottosechser.

Entweder setzt Lethbridge Sbisa selber ein oder das Management macht einen Spielertausch mit einem anderen Team, beispielsweise mit den Brandon Wheat Kings. Bei einem Transfer nach Europa geht Lethbridge hingegen nach Reglement leer aus. Ohne das Einverständnis von Lethbridge ist ein Transfer nach Europa nicht möglich und ein europäisches Team müsste wohl Lethbridge wohl eine Kompensationszahlung leisten, die reglementarisch für diesen Fall nicht festgeschrieben ist.

Rückkehr in die Schweiz steht nicht zu Diskussion

Sbisas Agent Andy Rufener schliesst zur Zeit lediglich eines aus: Eine Rückkehr seines Klienten in die Schweiz. Dies aus guten Gründen: Würde Sbisa in die Schweiz zurückkehren, wäre seine NHL-Karriere ruiniert: Er würde dann als sogenannter «Homie» gelten - als einer, der vor der Herausforderung Nordamerika in die Heimat geflüchtet ist. Zudem wären in der NLA die Erwartungen an Sbisa himmelhoch und er könnte sie schon von seinem Stil her (Sbisa ist ein defensiver Defensivverteidiger) gar nicht erfüllen. Er wäre so etwas wie ein «Timo Helbling light» und würde nur seinen Marktwert für eine Rückkehr im Karriereherbst ruinieren.

«Wir überlegen uns sehr gut, was wir tun wollen», sagt Rufener gegenüber 20 Minuten Online. «Luca ist erst 19 und steht erst ganz am Anfang seiner Karriere. Es ist entscheidend, dass er jetzt das Beste für seine spielerische und persönliche Entwicklung tut und dass wir jeden Schritt nur mit dem Einverständnis seines NHL-Arbeitgebers Anaheim machen. Wir wollen Luca nicht unnötigen Belastungen aussetzen und deshalb klären wir sorgfältig ab, was ein Transfer nach Schweden für ihn letztlich bedeuten würde. Klar ist, dass in Europa nur Schweden in Frage kommt.»

Vertrag mit Anaheim wird automatisch verlängert

Nur eines steht inzwischen nach der Relegation zu den Junioren definitiv fest: Sbisas Dreijahresvertrag mit Anaheim wird automatisch um ein Jahr verlängert. Weil er diese Saison nicht elf Partien gespielt hat, zählt die Saison 2009/10 nicht. Damit wird Sbisa so oder so bis zum Sommer 2012 für den aktuellen Lohn (875 000 Dollar) in der NHL für Anaheim (oder das Team, das seine Rechte erwirbt) spielen müssen. Hätte er elf oder mehr Partien gespielt, hatte die Saison 2009/10 gezählt, sein Vertrag wäre bereits im Frühjahr 2011 ausgelaufen und er hätte sich dann einen besseren Kontrakt aushandeln können.

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