6 Schritte zur EM: Wird schon! So nicht! Also doch! Alles Pfeifen!
Aktualisiert

6 Schritte zur EMWird schon! So nicht! Also doch! Alles Pfeifen!

Zwei Jahre liegen zwischen zwei grossen Fussball-Turnieren. Und ganze Gefühlswelten. Sehen Sie hier, wie der Weg der Schweizer Nati an eine Endrunde verläuft.

von
Sandro Compagno

1. 2 Jahre vor dem Turnier

Wieder einmal hat eine WM/EM in einer Enttäuschung geendet. Experten wie Medien und Direktbeteiligte sind sich einig: Da wäre mehr drin gelegen. Allerdings startet man zuversichtlich in die Qualifikation für die nächste EM/WM. Die Mannschaft ist jung und hat Potenzial, die Qualifikationsgruppe ist «machbar».

2. 20 Monate vor dem Turnier

«Ihr seid Flaschen!» zürnt der «Blick». «Selektion in der Sinnkrise», meint die NZZ. Die Schweiz ist mit zwei Niederlagen und einem Unentschieden schlecht in die Ausscheidung gestartet. In den Kommentarspalten zürnt die Volksseele, schimpft über «überbezahlte Söldner und verwöhnte Bengel» und stellt fest, dass nicht jeder Schweizer die Hymne singt. Liegt es daran?

3. 18 Monate vor dem Turnier

Der erste Sieg in der Qualifikation. Ein 4:0 gegen die Färöer, gefolgt von zwei erfolgreichen Tests gegen Molwanien und Taka-Tuka-Land bringen die Zuversicht zurück. Der Nationaltrainer schwärmt von den Automatismen, die nun funktionieren, und von den Spielern, welche die neue Philosophie verinnerlicht haben. Ein 18-jähriger Stürmer debütiert, schiesst ein Tor und wird mit Manchester City in Verbindung gebracht.

4. 10 Monate vor dem Turnier

Die Schweiz hat sich auf Platz 2 stabilisiert. Nachdem man in den Qualifikations-Siegen gegen San Marino, Andorra und Gibraltar ohne Gegentor blieb, werden Erinnerungen an die WM 2006 wach, als die Nati aus dem Spiel heraus ohne Gegentor blieb. «Natürlich wollen wir Welt-/Europameister werden», lässt sich ein Mittelfeldspieler im Interview zitieren.

5. 2 Monate vor dem Turnier

Es herrscht Alarmstufe Rot! Die Nati spult die ersten Tests im neuen Jahr ohne Ideen, ohne Lust ab. Die Fans sind enttäuscht, die Medien zählen Querpässe. Stéphane Henchoz kritisiert im «Matin Dimanche» die Abwehr, Kubilay Türkiylmaz im «Blick» den Angriff. So müssen wir gar nicht ans Turnier reisen.

6. 1 Woche vor dem Turnier

Das Land ist gepflastert mit Schweizer Fähnchen. Experten, Ex-Spieler und auch aktuelle Spieler verbreiten viel Zuversicht. Die Gruppe ist sicher machbar und hat man einmal die K.-o.-Phase erreicht, dann ist alles möglich. Wird es gar das beste Turnier seit 1954, als die Schweiz letztmals einen Viertelfinal erreichte? Alles Weitere unter Punkt 1.

Deine Meinung