Aktualisiert 18.09.2014 12:53

Geothermie-Projekt

Wird St.Galler Gas-Fund zum grossen Geschäft?

Das Gas unter dem Sittertobel ist hochwertig und könnte ohne grossen Aufwand ins Gasnetz eingespeist werden. Nun sucht die Stadt Investoren.

Gas statt Erdwärme: Im November 2013 wurde der Bohrturm im Sittertobel wieder abgebrochen.

Gas statt Erdwärme: Im November 2013 wurde der Bohrturm im Sittertobel wieder abgebrochen.

Die Förderung von Erdgas könnte für die Stadt St. Gallen wirtschaftlich interessant sein. Die Ergiebigkeit des Gasvorkommens, das bei der Tiefenbohrung für das Geothermie-Kraftwerk unerwartet «angezapft» wurde, ist allerdings ungewiss.

Nur ein Langzeitfördertest brächte genauere Erkenntnisse, heisst es in der Mitteilung der Stadt St. Gallen vom Donnerstag. Die Umsetzung der Gasförderung sei aus technischer und rechtlicher Sicht möglich. Die Finanzierung ist aber noch nicht geregelt.

Für die Umsetzung eines Langzeitfördertests sind Investitionen für den erforderlichen Bohrlochausbau sowie die Gasaufbereitungsanlage von rund 7 Mio. Franken erforderlich, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Gespräche mit Kooperationspartnern - auch aus der Industrie - sollen noch in diesem Oktober stattfinden.

Höhe der Risikogarantie noch offen

Die Bohrarbeiten für ein Geothermie-Kraftwerk im Sittertobel hatten am 20. Juli 2013 ein Erdbeben der Stärke 3,5 ausgelöst. Unter anderem drang unerwartet viel Gas durch das Bohrloch nach oben. Für das ambitiöse Projekt war dies ein herber Rückschlag. Die Arbeiten mussten gestoppt, das Bohrloch verschlossen und gesichert werden.

Die Stadt hat inzwischen rund 55 Millionen Franken ins Geothermie-Projekt und in die vorangegangenen seismischen Untersuchungen «verlocht». Noch offen ist die Höhe der Risikogarantie-Zahlung des Bundes. Der Entscheid fällt laut Mitteilung nicht vor November 2014. (sda)

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