Aktualisiert 28.08.2019 16:25

Hoffnung dank DNA

Wird Vergewaltiger von Emmen nun doch gefasst?

Bisher darf man aus Täter-DNA nur das Geschlecht bestimmen. Jetzt will der Bundesrat, dass auch Täterprofile erstellt werden dürfen. Das würde auch im Fall Emmen gemacht.

von
mme
1 / 8
Das Opfer der Vergewaltigung von Emmen ist seit der brutalen Tat vom Kopf abwärts gelähmt. Die Schwester wachte tagelang am Bett des Opfers.

Das Opfer der Vergewaltigung von Emmen ist seit der brutalen Tat vom Kopf abwärts gelähmt. Die Schwester wachte tagelang am Bett des Opfers.

Screenshot SRF
Hier geschah die Tat am 21. Juli 2015: Der Täter riss die damals 26-Jährige vom Velo und vergewaltigte sie. Im Bild eine andere Radfahrerin.

Hier geschah die Tat am 21. Juli 2015: Der Täter riss die damals 26-Jährige vom Velo und vergewaltigte sie. Im Bild eine andere Radfahrerin.

Keystone/Alexandra Wey
371 Männer wurden innerhalb von 15 Tagen zum DNA-Test vorgeladen. Die Ermittler wollen die Daten laufend auswerten.

371 Männer wurden innerhalb von 15 Tagen zum DNA-Test vorgeladen. Die Ermittler wollen die Daten laufend auswerten.

Keystone

Dieses Verbrechen schockte die Schweiz: Am 26. Juli 2015 riss ein Unbekannter in Emmen LU eine Frau (26) vom Velo und vergewaltigte sie. Die Frau ist seither querschnittgelähmt, der Vergewaltiger immer noch auf freiem Fuss.

Doch nun kommt neue Hoffnung auf, ihn nach über vier Jahren doch noch zu fassen: Die Strafverfolgungsbehörden sollen aus der DNA-Spur eines mutmasslichen Täters dessen Haar-, Haut- und Augenfarbe sowie biogeographische Herkunft bestimmen dürfen. Der Bundesrat hat am Mittwoch das überarbeitete DNA-Profilgesetz in die Vernehmlassung geschickt. Bisher darf aus einer DNA-Spur nur das Geschlecht eines Täters bestimmt werden, sonst nichts.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter zur geplanten Anpassung des DNA-Profilgesetzes. (Video: Keystone/SDA)

Karin Keller-Sutter zum DNA-Profilgesetz

Mit der Anpassung des DNA-Profilgesetzes soll auch die sogenannte Phänotypisierung ermöglicht werden. Bundesrätin Karin Keller-Sutter erklärt, worum es geht.
(Video: Keystone/SDA)

Sollte dieses Gesetz die weiteren politischen Hürden nehmen und einmal in Kraft treten, dann dürfe diese Rechtsgrundlage auch genutzt werden, um offene Fälle aus der Vergangenheit zu klären, hiess es beim Fedpol am Mittwoch auf Anfrage. Konkret: Auch im Fall Emmen könnte man mit der damals sichergestellten DNA versuchen, Haar-, Haut- und Augenfarbe und geografische Herkunft zu bestimmen. Vielleicht könnten diese Angaben zum Täter von Emmen führen.

«Würden Mittel selbstverständlich nutzen»

Parlament stimmte bereits zu

Politisch und rechtlich stehen die Chancen gut, dass die Luzerner Ermittler die neue Spur aufnehmen dürfen. Mit der Gesetzesänderung nämlich erfüllt der Bundesrat eine Motion von FDP-Nationalrat Albert Vitali («Kein Täterschutz für Mörder und Vergewaltiger»). Vitali reichte den Vorstoss explizit wegen des Falls Emmen ein und wurde vom Bundesrat zur Annahme empfohlen sowie vom Parlament angenommen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.