Aktualisiert 13.12.2018 08:56

Replay-TV

Wird Werbung schauen zur Pflicht?

Zuschauer können dank der Replay-Funktion Werbung überspulen. Das soll sich vielleicht bald ändern. Wir haben auf der Strasse gefragt, wie das ankommt.

von
anp/dk

(Video: 20 Minuten)

Am Donnerstag berät der Nationalrat das Urheberrechtsgesetz. Kern der Debatte: Replay-TV. Zeitversetztes Fernsehen sorgt nämlich für Zoff zwischen Sender und Verbreiter. Die Knacknuss ist, dass Zuschauer dank der Replay-Funktion Reklame überspulen können. Sendeanstalten wie SRG, ARD, ZDF und RTL befürchten dadurch sinkende Werbeeinnahmen und haben sich in Bern Gehör verschafft. Sie beklagen, dass sich die Verbreiter – zu denen etwa Swisscom, Sunrise und Teleboy gehört – durch die Replay-Funktion einseitig bereichern.

Gemäss dem Vorschlag der nationalrätlichen Rechtskommission sollen TV-Sender das Recht erhalten, den Anbietern von Replay-TV-Funktionen das Überspringen von Werbung zu verbieten.

Wir haben auf der Strasse nachgefragt. Wie schlimm wäre es, wenn Werbung nicht mehr übersprungen werden könnte?

«Werbung ist nervig und mühsam»

Die Meinungen sind geteilt. «Werbung ist nervig und mühsam», sagt etwa die 17-jährige Agnesa Ibrahimi. Auch für die Hausfrau und Mutter Andrea Herzog wäre das eine schlechte Entscheidung. «Dass sich die Sender wegen zu wenig Einnahmen beklagen, ist nicht mein Problem», sagt sie. «Ich will Werbung überspringen können, denn oft ist sie fünf bis zehn Minuten lang. Dazu fehlt die Zeit.»

Andere sehen Werbung als nützliche Ablenkung zum Fernsehprogramm. «Ich kann mir vorstellen, dass Werbung viele nervt. Ich hole mir aber gern Inspiration und sehe dahinter viele einzelne Geschichten. Ich würde es begrüssen, wenn wir gezwungen werden, Werbung zu schauen», sagt der 26-jährige Daniel Huggenberger. Die 22-jährige Demi Schneider kann vor allem die Sender verstehen. «Viele leben von Werbung und brauchen die Einnahmen.»

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