Aktualisiert 21.03.2006 21:26

Wirft Ecclestone Monaco aus dem GP-Kalender?

Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone malt eine düstere Zukunft für mehrere klassische Rennen in Europa: Nach Hockenheim scheinen nun auch Monaco und ein Grand Prix in Italien gefährdet.

Gegenüber der französischen Sportzeitung «L'Equipe» zeigte sich Bernie Ecclestone erneut als gänzlich unsentimentaler Mensch: «Wir haben zwei Grands Prix in Italien, zwei in Deutschland - mehr oder weniger zwei in Frankreich, wenn man bedenkt, dass Monaco und Frankreich in einem engen Verhältnis zueinander stehen. Ich denke, dass je ein Grand Prix problemlos verschwinden könnte». Das bedeutet nichts Gutes für das traditionsreiche Stadtrennen an der Cote d'Azur, von dem gesagt wird, dort Formel 1 zu fahren, sei wie Helikopter fliegen im Wohnzimmer. Auch Imola oder Monza könnten nach Jahrzehnten aus dem GP-Kalender gekippt werden.

Grund für den drohenden Kehraus bei Europas klassischen Strecken ist der Wunsch vieler Länder, auch ein Formel-1-Rennen veranstalten zu dürfen. Besonders Russland und Indien, zwei Länder mit grossem wirtschaftlichen Potential, stehen dabei zuoberst auf der Liste des gewieften Geschäftsmanns Ecclestone. Und da gemäss den Vereinbarungen im Concorde Agreement nur 17 Rennen stattfinden können, sind Streichungen von Rennen in Europa kaum zu vermeiden. Eine allfällige Ausdehnung des GP-Kalenders würde Ecclestone nämlich an den Verhandlungstisch mit den Teams zwingen. Und darauf verzichtet der Alleinherrscher in der Formel 1 nach Möglichkeit.

Bedingung für Übernahme der SLEC-Holding

Die Investmentgruppe CVC Capital Partners darf die Formel-1-Gesellschaft SLEC-Holding nur übernehmen, wenn sie ihre Tochter Dorna, die Vermarktungs-Agentur der Motorrad-WM, verkauft. Das teilte die EU-Kommission in Brüssel nach einer vierwöchigen Wettbewerbsprüfung mit. Ohne den Verkauf der CVC-Tochter würden Preiserhöhungen für TV-Rechte drohen.

CVC übernahm die 25 Prozent SLEC-Anteile von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone sowie die 50 Prozent der Bayerischen Landesbank (Bayern LB). Die restlichen 25 Prozent gehören nach früheren Firmenangaben weiter den beiden Banken JP Morgan und Lehmann Brothers.

(jcg/SI)

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