Aktualisiert 14.09.2016 14:36

Young Boys

Wirres Provinztheater mit Peinlichkeiten und Pannen

Am Tag nachdem Fredy Bickel und Alain Kappeler gehen mussten, sprechen bei YB die Verwaltungsräte – ohne etwas zu sagen.

von
Peter Berger

Bei YB steht am Mittwoch um 12.30 Uhr die obligate Medienkonferenz vor dem EL-Auftakt gegen Olympiakos Piräus an. Aber vorerst erscheinen nicht Trainer Adi Hütter und Goalie Yvon Mvogo, sondern überraschenderweise die Verwaltungsräte Hanspeter Kienberger und Peter Marthaler. Ersterer ist Präsident, der andere für die Kommunikation zuständig.

Das Duo wiederholt, was am Vortag im Communiqué zu lesen war. Bald wird klar; die beiden haben eigentlich gar nichts Neues zu sagen, trotzdem fallen sie sich gegenseitig immer wieder ins Wort.

Kein Kommentar

Auf die Frage, warum am Dienstagabend Urs Siegenthaler im Fernsehen – der Basler äusserte sich notabene ziemlich wirr über YB aus dem St. Jakob-Park – und einzelnen Medien doch Interviews gab, obwohl kommuniziert worden war, es würden keine weiteren Auskünfte erteilt, antwortet Marthaler: «Kommunikation ist etwas Lebendiges.» Und Kienberger meint: «Dazu möchte ich nicht mehr sagen.»

Es ist klar, die beiden sind eigentlich nur die Platzhalter von Siegenthaler, dem neuen starken Mann im VR, auf den die Besitzer Andy und Hansueli Rihs hören. Aber Siegenthaler fehlt, dafür steht mit Richard Gostony ein weiteres VR-Mitglied im Saal. Aber der sagt nichts.

Yvon Mvogo bedauert Bickels Abgang. (Video: 20 Minuten

Hütter sauer

Dann kommen Hütter und Mvogo doch noch. Beide betonen, dass ihnen Bickels Abgang leid tue, aber sie seien Angestellte des Vereins. Hütter wirkt ziemlich sauer und macht sich schleunigst wieder davon, ohne allen Medien (ausser dem SRF) vor der Kamera Red und Antwort zu stehen. Alle anderen «Bildmedien» gucken in die Röhre. Aber auch das passt ins Bild, das YB wieder einmal abgibt.

Vorbild FCB und SCB

Eine derartige wirre und unprofessionelle Kommunikation würde dem FC Basel nie passieren. Aber die Berner müssen gar nicht so weit schauen, wie man es macht. Ein Blick über die Strasse würde reichen. Vergangenen November wurde beim SC Bern Trainer Guy Boucher entlassen und Sportchef Sven Leuenberger entmachtet. VR-Boss Walter Born, CEO Marc Lüthi, Sven Leuenberger, Alex Chatelain (der neue Sportchef) und Lars Leuenberger (der neue Trainer) stellten sich an einer sofort einberufenen Medienkonferenz den Fragen. Mehr Professionalität geht nicht.

Daneben wirkt das Vorgehen bei YB wie ein Provinztheater, gespickt mit unzähligen Peinlichkeiten und Pannen. Auch deshalb montieren am Mittwoch Fans am Stadion ein Transparent mit der Aufschrift: «Charakterlos und ohne Plan Richtung Abgrund».

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.