Aktualisiert 08.02.2010 09:34

HaitiWirrwarr um die zehn verhafteten Amerikaner

Der Anwalt der zehn US-Bürger, die in Haiti wegen Kindesentführung angeklagt sind, hat sein Mandat niedergelegt. Die Angehörigen seiner Mandanten hätten behauptet, er habe Geld zur Bestechung des Richters gefordert.

da hilft wohl nur noch das Beten: Einige der zehn verhafteten US-Missionare.

da hilft wohl nur noch das Beten: Einige der zehn verhafteten US-Missionare.

Bestechungsvorwürfe sind das Eine. Ausserdem hätten sie ihm bisher kein Honorar gezahlt, obwohl sie ihm 60 000 Dollar (gut 64 000 Franken) versprochen hätten, sagte Edwyn Coq der Nachrichtenagentur AFP. Auf seine schriftliche Ankündigung, sein Mandat niederzulegen, hätten die Mandanten bisher nicht reagiert.

Fünf der verhafteten US-Bürger sollten am Montag vor Gericht erscheinen. Sie müssen sich laut Coq nun einen anderen Anwalt suchen.

Die zehn Amerikaner hatten nach dem schweren Erdbeben in Haiti 33 Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und 14 Jahren ohne Genehmigung ausser Landes bringen wollen. Vor knapp einer Woche waren sie festgenommen worden. Sie sind Mitglieder eine Baptisten-Kirche.

Die US-Organisation New Life Children's Refuge betonte die guten Absichten ihrer Mitglieder. Die haitianischen Kinder seien nach dem Erdbeben vom 12. Januar Waisen geworden oder auf sich gestellt gewesen. Inzwischen stellte sich allerdings heraus, dass viele der Kinder noch Eltern oder Angehörige haben.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.