Aktualisiert 12.05.2014 09:13

Kurioses Angebot

Wirt verkauft Radpanzer für 25'000 Franken

Wer das nötige Kleingeld besitzt, kann sich einen waschechten Radpanzer kaufen. Was es mit dem seltsamen Angebot auf sich hat.

von
num

Ein Radpanzer, satte neun Tonnen schwer, steht derzeit in Rueras GR. Sein Besitzer, Renzo Deragisch (42), Wirt des Restaurants Sudada, will ihn verkaufen. Auf Tutti.ch hat er das Gefährt ausgeschrieben – für 25'000 Franken.

Vor zwei Jahren hatte er den Panzer selbst auf der Auktions-Plattform Ricardo ersteigert. «Das kam aus einer Laune heraus, gebraucht habe ich ihn eigentlich nicht, aber er hat mir einfach gefallen», sagt Deragisch. Als er den Radpanzer abholte, erschrak er ein bisschen: «Ich wusste nicht, dass das so ein Monstrum ist.»

Für die Strasse ist das Gefährt nicht zugelassen. «Dazu müsste man ihn erst umbauen», sagt Deragisch. Er selbst habe das nicht gewollt, sonst wäre der Panzer nicht mehr im Originalzustand. Ein paar Runden ums Haus drehte er in den vergangenen zwei Jahren – mehr nicht.

Spuren von Beschuss in der Frontscheibe

Der Radpanzer sei in Ex-Jugoslawien hergestellt worden und habe eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Papiere sind aus England – zuvor aber war der Panzer noch im Irak im Einsatz. «Dort diente er für jemanden, der ihn benutzte, um sicher zur Arbeit zu gelangen», sagt Deragisch. Das war offenbar bitter nötig: In der Frontscheibe sind noch die Spuren eines Beschusses sichtbar.

Besondere Kenntnisse, um den Panzer zu steuern, brauche es nicht. «Fünf Gänge, ein Steuerrad, Kupplung – wer Auto fahren kann, schafft es auch mit dem», sagt Deragisch. Für Waffennarren ist das Gerät allerdings ungeeignet. Zwar sieht der Oberbau aus, als wäre ein Maschinengewehr montiert, doch das sei nur die Halterung, klärt der Besitzer auf.

Der Bündner hofft, dass ein Käufer auf Tutti.ch das kuriose Gefährt entdeckt. «Wer weiss, vielleicht findet sich ja ein Interessent. Sonst versuche ich es noch bei Armeefreunden oder Sammlern.»

Sollte sich gar kein Käufer finden, werde er den Panzer wohl vor dem Haus eingraben. «Nicht als Spielplatz für die Kinder, dafür hat es zu scharfe Kanten. Eher als Erinnerung.»

Fehler gefunden?Jetzt melden.