Aktualisiert 01.02.2011 21:41

Wegen RauchverbotWirte in Zürich locken mit neuen Angeboten

Das Rauchverbot schlägt den Beizern auf den Umsatz. Mit findigen Massnahmen wollen sie nun Gegensteuer geben.

von
David Torcasso
Im Neugasshof kann man nicht mehr rauchen, dafür neuerdings musizieren. (Nicolas Y. Aebi)

Im Neugasshof kann man nicht mehr rauchen, dafür neuerdings musizieren. (Nicolas Y. Aebi)

Viele Zürcher Wirte spüren die Folgen des Rauchverbots – ihre Umsätze sinken. Jetzt versuchen sie mit neuen Ideen, andere Gäste anzulocken: «Statt nur fürs Rauchen und Trinken sollen die Leute auch wegen der Unterhaltung zu uns kommen», sagt Pascale Schrödler vom einst rauchgeschwängerten Neugasshof im Kreis 5. Am Dienstag- und Mittwochabend organisiert sie neuerdings eine Open-JamSession mit Karaoke. «Musiker, die keine Band haben, können sich hier im lockeren Rahmen zum Musizieren treffen.» Der Neugasshof stelle bestes Equipment bereit – «Marshall-Boxen und neuste Technics-Mixer», schwärmt Schrödler.

Auch andere Beizen, in denen fast nur Raucher verkehren, versuchen ihre Verluste wettzumachen: «Wir bieten über Mittag neuerdings Eingeklemmte an», sagt etwa Wirtin Wanda vom Restaurant Strauss an der Ecke Militär-/Langstrasse. So sollen Arbeiter aus der Umgebung angelockt werden. Ernst Bachmann, Präsident des Wirteverbands Gastro Zürich, bestätigt, dass bei den Wirten derzeit Aufbruchstimmung herrscht. Einige Wirte hätten es unmittelbar nach Einführung des Rauchverbots verschlafen, Mass­nahmen zu ergreifen. «Mittlerweile aber haben sie gemerkt, dass Klagen nichts hilft und sie sich etwas einfallen lassen müssen.»

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