St. Gallen: Wirte klagen über hohe zusätzliche Platzmieten
Aktualisiert

St. GallenWirte klagen über hohe zusätzliche Platzmieten

Die St. Galler Wirte sind sauer: Obwohl sie für Aussenplätze bereits eine Gebühr berappen, müssen sie an grösseren Anlässen für weitere Bewilligungen zahlen. Jetzt planen sie einen Vorstoss.

von
Tobias Bolzern
René Rechsteiner ärgert sich über die zusätzliche Gebühr. (Foto: tob)

René Rechsteiner ärgert sich über die zusätzliche Gebühr. (Foto: tob)

Für die Nutzung des öffentlichen Raumes als Aussenplatz bezahlen die Wirte der Innenstadt den Behörden jährlich eine Gebühr. Doch an Gross­anlässen wie dem St. Galler-fest oder dem eidgenössischen Blasmusikfest (EMF) im Juni wird eine zusätzliche Miete ­fällig – an den Veranstalter, der laut Gesetz die primäre Nutzung für den öffentlichen Grund hat. «Das ist Abzocke und Enteignung. Wir haben ja bereits bezahlt», sagt René Rechsteiner, Präsident von Gastro Stadt St. Gallen. Er kriegt deswegen regelmässig Post von verärgerten Wirten. Denn die Gebühr sei im Vergleich zur Jahresbewilligung horrend teuer: «Je nach Anlass kostet es das Dreifache», sagt Rechsteiner. «Das zu erwirtschaften ist unter normalen Gastrobedingungen schwierig», sagt auch Markus Ritzinger, CEO der 2B Family, die das St. Galler US-Mex-Restaurant betreibt.

Anders sieht das Roger Tinner, Geschäftsführer des EMF: «Die erwarteten 200 000 Besucher generieren viel Umsatz.» Ausserdem würde mit der Miete der Unterhaltungsteil mit­finanziert. Gastro Stadt St. Gallen will das aber nicht auf sich sitzen lassen: «Wir wollen das Thema im Stadtrat zur Sprache bringen», so Rechsteiner. Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden.

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