Wirte starten Initiative gegen Krawallbrüder

Aktualisiert

Wirte starten Initiative gegen Krawallbrüder

Eine Gruppe von
Berner Altstadtbeizern
hat genug von Demos
und Krawallen. Mit einer
Volksinitiative wollen sie
erreichen, dass Chaoten
härter angepackt werden.

«Wir sind nicht länger bereit, ständig Gewalttaten und Beschädigungen zu dulden», sagt Erwin Bischof. Der PR-Berater und ehemalige FDP-Grossrat vertritt den Verein «Bern sicher und sauber», dem hauptsächlich verärgerte Wirte angehören. Sie klagen schon länger über die rund 150 Demonstrationen, die pro Jahr in der Hauptstadt stattfinden. Aber erst die Krawalle vom 6. Oktober brachten das Fass zum Überlaufen: «Bern ist nicht mehr sicher», sagt Bischof. Die Polizei müsse gegen Chaoten vorgehen, bevor es zu grösseren Schäden an Personen und Sachen komme.

Deshalb lanciert der Verein morgen eine Volksinitiative für ein verschärf-

tes Kundgebungsreglement. Unter anderem soll der vor zwei Jahren abgeschaffte Entfernungsartikel wieder eingeführt werden. Dieser sieht vor, dass Ansammlungen bereits bei Verdacht auf Gefahr aufgelöst werden können. Bischof ist zuversichtlich, dass die 5000 Unterschriften für die Initiative zusammenkommen: «Die linke Regierung versucht, dem Volk bloss Sand in die Augen zu streuen, aber wir werden sie jetzt mit einem verbindlichen Auftrag zu Massnahmen verpflichten.»

Patrick Marbach

SVP soll für Abfall zahlen

Die Organisatoren des SVP-Wahlfests vom 6. Oktober staunten wohl nicht schlecht, als ihnen vor kurzem eine Rechnung der Stadt Bern ins Haus flatterte. Zu bezahlen: 336 Franken «für die Reinigung von Bundesplatz und Klösterlistutz». Vergessen ging bei den eifrigen Verwaltungsangestellten offenbar, dass die SVP-Anhänger wegen der Krawalle den Bundesplatz gar nie erreicht hatten. Wie SVP-Generalsekretär Gregor Rutz gegenüber der «SonntagsZeitung» erklärte, denkt die Partei nicht daran, die Rechnung zu begleichen.

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